1. Beyond Beautiful
2. Just Push Play
3. Jaded
4. Fly Away From Here
5. Trip Hoppin'
6. Sunshine
7. Under My Skin
8. Luv Lies
9. Outta Your Head
10. Drop Dead Georgeous
11. Light Inside
12. Avant Garden
Na bitte, es geht ja doch noch. Fast hatte man schon die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder ein AEROSMITH-Album kredenzt zu bekommen, das der Güte des letzten wirklichen Überfliegers der Truppe, "Pump" aus dem Jahr 1989, annähernd gleichkommt - da stapfen die legendären Rocker aus Boston einigermaßen unerwartet, aber dafür umso willkommener mit einer neuen Scheibe über den Deich, die so richtig mitzureißen vermag. Schienen die Vorgänger "Get A Grip" ('93) und "Nine Lives" ('97) noch nach dem Prinzip "wenige Highlights, viel Beliebigkeit" zu ticken (was die Dinger freilich nicht davon abgehalten hat, in Millionenauflagen den Besitzer zu wechseln), so haben sich Steven Tyler & Co. auf "Just Push Play" endlich wieder ihrer an sich unbestrittenen, zuletzt jedoch hörbar verflachten kompositorischen Qualitäten besonnen und warten mit einer Kollektion von Songs auf, die qualitativ keine Fragen offen lässt und nicht nur in diesem Sinne an glorreiche Aero-Momente der Siebziger und Achtziger gemahnt. Wenn Basser Tom Hamilton im Rock Hard-Interview sagt, dass ihn etwa am Titeltrack vieles an klassische 'Smith erinnert, stimmt das in Bezug auf diese so Aero-typische Chorusline hundertprozentig, über den ganzen Verlauf des Langeisens setzt insbesondere das Comeback der großen Aero-Trademark-Melodien Zeichen wie lange nicht mehr. Auf der anderen Seite ist aber gerade "Just Push Play" auch ein Paradebeispiel dafür, dass AEROSMITH sich durchaus nicht nur retro orientieren, sondern auch aktuellen Einflüssen und Sounds (Rhythmus-Loops, HipHop-Elemente, moderne Grooves) ordentlich Raum geben, was - keineswegs selbstverständlich - erstaunlich gut funktioniert. Tom spricht in diesem Zusammenhang von "the best of both worlds", und das umschreibt es in der Tat am treffendsten: 'Light Inside' zum Beispiel bezieht seine Spannung zu gleichen Teilen aus der zeitgemäßen Rhythmik und dem klassischen, leicht Beatles-angehauchten Refrain. Kommt sehr, sehr gut. Freilich: Wenn die konventionellere Gangart überwiegt, fühlt sich ein langjähriges Aeroforce-Mitglied wie meine Wenigkeit im Zweifelsfall immer noch am wohlsten, nicht umsonst ist die erste Single 'Jaded', wo sich orientalisch angehauchte Strophen à la 'Taste Of India' mit einem megaeingängigen Chorus alter Desmond Child-Schule paaren, mein Lieblingstrack. Aber die anderen elf Titel liegen nur ganz knapp dahinter. (ROCK HARD 9,5 / 10)

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