1. Tsar
2. Self-Blinded Eyes
3. Darkness
4. Hands Are Tired
5. Children Of The Future
6. No More Shadows
7. Nevermore
8. Reign Of Madness
9. Flames Of Fate
Ich muss sagen, ich bin überrascht. Für mich lag die Vermutung nahe, dass Victor Smolski sich nach der Trennung von Rage in seiner neuen Band ALMANAC noch viel mehr als Gitarrenheld in den Vordergrund spielt und alles mit Soli zupflastert. Das Gegenteil ist der Fall: Victor nimmt sich sowohl mit den vertrackten Riffs als auch ellenlangen Soli zurück. Der Fokus wurde auf dem Debüt Tsar stattdessen auf eingängiges und ziemlich hartes Songwriting gelegt, das auf Anhieb einige fabelhafte Ohrwürmer abliefert (ganz vorne dabei: ´Self-Blinded Eyes´, ´No More Shadows´ und ´Hands Are Tied´). Dennoch verfolgt Smolski das Yngwie-Malmsteen-Prinzip (How can less be more? More is more!) an anderen Stellen: Ein Sänger reicht dem gebürtigen Weißrussen nicht, weshalb neben Andy B. Franck (Brainstorm) auch David Readman (Pink Cream 69) und Jeannette Marchewka (LMO) zum Zuge kommen. Daraus resultieren imposante Chöre, die im Verbund mit den Orchester-Arrangements ziemlich stark in die Power-Metal-Ecke europäischer Prägung (orchestrale Blind Guardian) oder gar die Rockoper-Kategorie (Savatage, Avantasia) zielen. Diese ganzen Elemente unter einen Hut zu bekommen, ist allerdings nicht ganz einfach, und im Gegensatz zu LMO, wo das Orchester als gleichwertiger Partner neben den Metal-Sounds agierte, finden die Orchester-Klänge auf Tsar hinter den Gitarrenwänden und Gesängen oft zu wenig Platz zur Entfaltung und wirken etwas aufgestülpt. Weniger ist manchmal eben doch mehr: Viele der von Haus aus starken Kompositionen wären auch gut mit einem Sänger und weniger Orchester-Bombast ausgekommen. (METAL.DE 8 / 10)


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