1. Alone
2. Goddess (Of The Sad Man)
3. The Night Is Over
4. Shatters Within
5. Crimson Waves
6. Drifting Memories
7. Forever More
8. Veil Of Sin
9. Captured State
10. Grieve Stricken Heart
Ähnlich wie Paradise Lost, Moonspell, Sentenced oder Therion haben auch AMORPHIS in den letzten Jahren eine ausgesprochen interessante Entwicklung durchgemacht, ohne dabei gleich in Popgefilde abzudriften oder mit ganzen Orchestern zu arbeiten. Stattdessen hat sich die Band um Gitarrero Esa Holopainen von einer reinrassigen Todesblei-Formation zu einer zeitlos rockenden Band gemausert. Vollzogen wurde dieser Schritt allerdings schon mit dem '96er Werk "Elegy", mit dem die Finnen die viel zu engen Death Metal-Ketten endgültig abstreifen konnten. Seitdem haben AMORPHIS ihren leicht psychedelischen Sound von Release zu Release weiter verfeinert. Dabei stand dem Sextett aus Helsinki heuer mit Simon Efemy (u.a. Paradise Lost) ein erfahrener Produzent zur Seite, der aus der Band die paar Prozent rauskitzelte, die den letzten beiden Werken "My Kantele" und "Tuonela" noch fehlte. So besticht der fünfte Longplayer "Am Universum" durch eine relaxte Schönheit, wie sie heutzutage nur ganz wenige Acts an den Tag legen. Und selbst wenn der tolle Opener 'Alone' an Paradise Lost und 'The Night Is Over' aufgrund der tollen Hammondorgel ein bisserl an die Spiritual Beggars erinnert, zählen AMORPHIS unterm Strich zu den wenigen originellen Vertretern ihrer Zunft. Metaller, für die der Begriff Toleranz keine leere Worthülse ist, werden an dem intelligenten, melancholischen, aber nie depressiven Rock der Nordmänner garantiert ihre Freude haben. Vorausgesetzt, man stört sich nicht an dem vermehrten Einsatz von sphärischen Keyboardklängen, Seventies-Sounds und dem einen oder anderen aparten Saxophon-Solo. Keine Frage, aus der plumpen Todesblei-Raupe von einst ist ein zerbrechlicher Schmetterling geworden.(ROCK HARD 8,5 / 10)


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