Alphabet

Amorphis - Tales From The Thousand Lakes




Release Info: 1994 - Nuclear Blast - Full Length
Band Info: Finnland - 1990 - Gothic Metal
Bewertung: 9

Songs:

1. Thousand Lakes
2. Into Hiding
3. The Castaway
4. First Doom
5. Black Winter Day
6. Drowned Maid
7. In The Beginning
8. Forgotten Sunrise
9. To Fathers Cabin
10. Magic And Mayhem

Als Paradise Lost 1991 ihr Album "Gothic" herausbrachten, war ihnen mit Sicherheit nicht bewußt, daß sie damit eine musikalische Flutwelle auslösten. Diese spülte jede Menge Wasserleichen auf den Markt, machte aber auch den Weg frei für Bands wie AMORPHIS. Ihr Debüt mit dem von Kollegen Albrecht als ansteckend bezeichneten Titel "The Karelian Isthmus" zeigte schon die in den Finnen schlummernden Potenzen auf, auch wenn die Scheibe nicht zu den Highlights des vergangenen Jahres zählt. Ganz frei vom PL-Virus sind die Musiker auf ihrem neuesten Werk auch nicht, doch diesmal können sie mit einem konzeptionell durchdachten Epos erster Klasse überzeugen und allen Kritikern beweisen, daß sie eine eigene Identität besitzen. Schon mit dem Intro wird der Hörer in eine ferne Welt voller melancholischer Melodien, orientalisch-folkloristischer Elemente und nostalgischer Momente entführt, in der echte Heavyness ebenfalls nicht zu kurz kommt. "Back to the roots" ist wieder mehr denn je in, und die Rückbesinnung bei AMORPHIS reicht bis in die Siebziger, als der moderne Heavyrock noch in den Kinderschuhen steckte. Für diese Scheibe wurde die gute alte Hammond vom Speicher geholt und in bester John Lord-Manier losgeorgelt, daß etwas ältere Semester wie ich ihre wahre Freude haben. Wer nun angestaubte, bekiffte Flower-Power-Mucke erwartet, wird sich schnell eines Besseren belehren lassen müssen. Auf "Tales From The Thousand Lakes" fusionieren Death Metal und Gothic mit der Experimentierfreudigkeit der Komponisten. Selbst dem todesbleiernen Grunzgesängen wird mit einer zweiten Stimme die Eintönigkeit genommen. Titel wie der Opener "Into Hiding", "Drowned Maid" oder "Last Sunrise" entwickeln eine erhabene Atmosphäre, die uns die kulturelle Mentalität der Nordlichter vor Augen hält und auf der "Kalevala" (dem finnischen National-Epos) beruhenden Lyrics den richtigen Rahmen verleiht. Alles in allem ein grandioses, frisches Werk, daß mir euphorische zehn Zähler wert ist - selbst auf die Gefahr hin, auf kopfschüttelndes Unverständnis zu stoßen. (ROCK HARD 10/ 10)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Popular Posts