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Electric Angels - Electric Angels




Release Info: 1990 - Atlantic  - Full Length
Band Info: USA - 1989 - Hard Rock
Bewertung: 7


Songs:

1. Believe
2. Live In The City
3. Rattlesnake Kisses
4. Head Above Water
5. Dangerous Drug
6. True Love And Other Fairy Tales
7. Last Girl On Earth
8. Home Sweet Homocide
9. Cars Crash
10. All The Money
11. Whiplash
12. The Drinking Song

Im Februar 1989, nachdem sich die Electric Angels (die aus der Asche der Glam-Band Candy auferstanden sind) als eine der besten lokalen Bands von L.A. herausgestellt hatten, packten sie all ihre Habseligkeiten in einen alten Van und machten sich auf den Weg, in das 3.000 Meilen entfernte New York überzusiedeln. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte gewesen sein, dass die Sunset-Strip-Szene hoffnungslos und bis zum Bersten gefüllt war, selbst eine so großartige Band wie die Electric Angels tat sich in diesem Moloch außerordentlich schwer, über die Club-Szene hinaus zu kommen. Kaum das die Band ihren Anker in New York setzte, dauerte es allerdings nicht lange, und die Band konnte das Interesse diverser Major-Labels entzünden. Nach nur 5 Auftritten im Big Apple erhielten die Electric Angels einige Angebote für einen Plattenvertrag, und nach dem 7. Auftritt unterzeichnete die Band bei dem geschichtsträchtigen Label Atlantic Records.

Bereits im Juni 1989 setzten Electric Angels dann über den großen Teich nach London über, um mit dem berühmten Produzenten Tony Visconti, der auch schon David Bowie, Thin Lizzy und T.Rex produzierte, ihr selbstbetiteltes Debütalbum aufzunehmen, das 1990 veröffentlicht wurde ...

Die Debüt-LP der Electric Angels ist ein mitreißendes und kraftvolles, leicht melancholisches Album geworden, das ein perfektes Gemisch aus dem Glam-und Hard Rock der 70iger und dem Sleaze-Rock Anfang der 90iger darstellt. Nicht ganz unverantwortlich für diesen speziellen Sound-Anstrich zeigt sich sicherlich auch Tony Visconti. Mit ihren Songs klingt die Band damit nahezu unverwechselbar, was auch durch den Gesang von Shane deutlich wird, aber dennoch kann man Electric Angels durchaus mit in die Reihen des Sleaze-Rock mit aufnehmen. Sie gehören zweifelsfrei mit in diese Zeit, nahmen aber durch ihre ausgefeilten, aber dennoch etwas rauen Rocksongs eine Ausnahmeposition ein, weswegen sie damals ein wenig abseits vom Geschehen standen.

Das Intro des Albums, "I Believe" wird hauptsächlich von einem Slap-Bass getragen, und zeigt sich gleich als rockiges und abgehendes Stück, das in die Rock-Nummer "Live In The City" mündet, ein schneller Song mit rauen Gitarren. Die Single "Rattlesnake Kisses", zu dem ein Videoclip mit einer jungen Christina Applegate gedreht wurde, ist ein getragener, langsamerer Song mit unendlich viel Groove. Mit "Head Over Water" wird es gleich ein Stück weit melancholischer und nachdenklicher, ein umwerfender Refrain und gut akzentuiertes Gitarre-Spiel machen den Song mit zu einem Highlight auf dem Album. Mit "Dangerous Drug", einer Kreuzung zwischen einem waschechten Rock-Song und einer Ballade, wird darauf gleich nochmal etwas draufgesetzt. "True Love And Other Fairy Tales" ist eine reine Ballade, für die auch ein Orchester engagiert wurde, und die das unglaubliche Songwritingtalent der Band offenbart. "Last Girl On Earth" und "Home Sweet Homicide" sind zwei etwas ungewöhnliche, aber sehr eingängige Rocksongs, die sehr fein ausgearbeitet sind. Hier kommt vorallem das das interessante Bass-Spiel von Jonathan Daniel zum Tragen, der sich hauptsächlich für die Songs verantwortlich zeigt. "Cars Crash" ist eine härtere und rauere Ballade, die ein wenig an die L.A. Guns erinnert, und "All The Money" ist nocheinmal ein mit Orchester arrangierter Song, bevor die fetzigen, kantigen Rock N'Roll-Nummern "Whiplash" und "The Drinking Song" das Album gelungen beenden.

Die Songs sind nahezu perfekt ausgearbeitet und bestechen durch viele Einzelheiten und Nuancen. Eine gedämpfte Melancholie durchzieht das ganze Album, das ihm eine nachdenkliche Stimmung beschert, aber dennoch ein astreines Hard-Rock-Album ist. Es klingt nicht nach L.A., sondern nach New Yorker Düsternis und regnerischem London. Wer etwas mit Glam-und Rock N'Roll der 70iger, den Hanoi Rocks, aber auch mit Sleaze Rock à la L.A.Guns, Faster Pussycat, etwas anfangen kann, und sich von der leichten Depression nicht abschrecken lässt, wird hier sicherlich eine exzellente Rock-Scheibe für sich entdecken können. Leider fielen auch Electric Angels der veränderten Musiklandschaft zum Opfer, ein zweites Album wurde zwar noch aufgenommen, aber nicht mehr veröffentlicht. Gitarrist Ryan Roxie machte in späteren Jahren mit Dad's Porn Mag und als Gitarrist bei Alice Cooper, sowie Slash's Snakepit, auf sich aufmerksam, während die verbliebenen Mitglieder unter dem Namen The Loveless noch 1995 ein Album in Eigenregie einspielten, das heute ziemlich verschollen ist. Schade drum. (AMAZON)




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