1. Civil War
2. 14 Years
3. Yesterdays
4. Knockin' On Heavens Door
5. Get In The Ring
6. Shotgun Blues
7. Breakdown
8. Pretty Tied Up
9. Locomotive
10. So Fine
11. Estranged
12. You Could Be Mine
13. Don't Cry
14. My World
Axl Rose ist nicht nur manisch depressiv, sondern reagiert auch empfindlich auf den geringsten Anflug von Kritik. Irgendwann einmal muß ihm die Schreibe von
Shit Paraders Andy Secher und Kerraps Mick Wall so quer gekommen sein, daß er darüber gleich einen Song mit dem auffordernden Titel 'Get In The Ring' verfaßte. In diesem erwähnt er die "punks in the press" namentlich, vermutet sie seien pissed-off, "cuz your dad gets more pussy than you" und schließt mit dem wenig verlockenden Angebot "suck my fuckin' dick". Ein peinliches Beispiel, das keine Schule machen sollte - wie fast alles andere, was die Gunners sagen, tun oder lassen. Trojan fände sich sonst auf jeder zweiten Platte wieder... Von diesem textlichen Dünnbrettbohrer abgesehen, bieten die Parts I + II von "Use Your Credit Card" (wer hat schon immer so viel Bargeld dabei?) aber glücklicherweise keine weiteren Tiefschläge, so daß das Preis-Leistungsverhältnis sich zur allgemeinen Überraschung sogar bis auf den letzten Pfennig rechnet. 76:07 bzw. 75:39 Minuten Musik finden sich auf den beiden CDs, darunter einige echte Perlen und Indizien dafür, daß GUNS N'ROSES immer noch die größte Punkband der Welt sein wollen. Neben der ersten Singleauskopplung 'You Could Be Mine' schlagen vor allem der Teil-Uno-Opener 'Right Next Door To Hell', 'Perfect Crime', 'Double Talkin' Jive', 'Garden Of Eden' und 'Shotgun Blues' exakt in diese Kerbe. Sex Pistols statt Aerosmith, aber das geht in Ordnung. Um's so kurz wie möglich zu machen: 30 Songs sind auf den beiden Teilen am Start, die neue Single 'Don't Cry' dabei gleich zweimal (alternative Lyrics, you know?), schenken können hätte man sich Bob Dylans 'Knocking On Heaven's Door' die zweite und auch den HipHop-Filler 'My World', dafür ist 'November Rain' die beste Guns-Ballade aller Zeiten (vergeßt 'Sweet Dingens'), singen Izzy und Duff gar nicht mal so schlechte Leadvocals und hat das ordentliche Wings-Cover 'Live And Let Die' Gitarrensounds, die ganz klar Dread Zep'schen Ursprungs sind. Alice Cooper trällert bei 'The Garden' mit, und Michael Monroe spielt Harmonica und Sax beim Swampstyle-Groover 'Bad Obsession'. Die zweieinhalb Stunden sind kurzweilig, da abwechslungsreich, aber das weiß, eingedenk der Tatsache, daß die Parts I und II schon in der ersten Woche auf Platz zwei bzw. vier der deutschen Charts gecrasht sind, wahrscheinlich sowieso schon jeder, weshalb es kaum von Belang sein dürfte, daß meinereiner Part I (9 Zähler) einen ganzen Punkt besser findet als Part II (nur 8). Und was Trojan betrifft, bleibt abzuwarten, ob die Guns auch anno '91 noch in der Lage sind, neue Trends zu setzen.(METAL.DE 9 / 10)

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