Bewertung: 8,5
2. Steel Tormentor
3. Wake Upt The Mountain
4. Power
5. Forever And One (Neverland)
6. Before The War
7. A Million To One
8. Anything My Mama Don't Like
9. Kings Will Be Kings
10. Mission Motherland
11. If I Knew
12. The Time Of The Oath
Daß HELLOWEEN es auf ihrem neuen Album mal wieder so richtig krachen lassen würden, hatte sich lange angekündigt - und dem Versprechen folgten Taten. Als Beispiel mag der brachiale Knaller 'Before The War' herhalten: gnadenlos treibender Groove, starke melodische Auflösung - so muß moderner Baller-Metal klingen! In selbige Kerbe haut auch noch das ohrwurmverdächtige 'Power', bei anderen Uptempo-Salven wie etwa 'We Burn' oder 'Steel Tormentor' zeigt sich ein Problem, das andeutungsweise schon auf der 'Master Of The Rings'-Scheibe herauszuhören war: Die Jungs haben ein begnadetes Talent, strukturell originelle Speed-Kanten zu schreiben, verdaddeln sich aber etwas unentschlossen im Chorus-Departement - wie 'ne Kickertruppe, die mit schönen Doppelpässen die gegnerische Abwehr aushebelt, letztlich aber nicht die Hütte trifft. Es mag unpopulär sein, aber meiner Meinung nach liegt das Problem bei Andi Deris: Daß der Bursche ein hervorragender Sänger ist, weiß jeder, der eines der drei von ihm eingesungenen Pink Cream 69-Alben gehört hat. Seine stimmlichen und stilistischen Stärken liegen aber nun mal im Balladen- und Midtempo-Bereich (siehe 'Wake Up The Mountain'), wohingegen die Weenies aber eindeutig wieder in die alte Melodic-Speed-Richtung tendieren. Wenn es denn eines Beweises für die Richtigkeit dieser Kehrtwendung bedürfte, so ist er eindeutig mit der entschieden zu pathetischen Ballade 'Forever And One (Neverland)' geliefert: Schmuserock ist und bleibt einfach nicht ihr Metier! Um nicht mißverstanden zu werden: 'The Time Of The Oath' ist durchaus ein sehr gutes Album - ich kann mich aber kaum des Eindrucks erwehren, daß die Band nicht entschlossen genug ihre Möglichkeiten ausschöpft, und das nicht nur gegen Ende der Scheibe, wo dann doch so'n bißchen die Puste flöten geht. Neben den genannten Tracks bieten aber u.a. das funky angehauchte und hymnenhaft angelegte 'A Million To One' oder etwa der orchestrale Speedie 'Kings Will Be Kings' reichlich Kaufanreiz für dieses 8,5er Album. Ich bin halt nur der unmaßgeblichen Meinung, daß bei dem einzigartigen Kreativpotential, das ich in dieser Band vermute, einfach auch mehr hätte drin sein können. Nichts für ungut...(ROCK HARD 8,5 / 10)

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