1. Spirit Never Die
2. Enlighten Me
3. Kind Hearted Light
4. Crystal Night
5. Soulburn
6. Heroes
7. Sail On
8. Into The Light
9. Crawling From Hell
10. Bleeding Eyes
11. When Love Comes Close
Wenn du an einem solch kritischen Punkt deiner Karriere angekommen bist, gibt´s eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder landest du den Gongschlag des Jahres, oder du gehst gnadenlos unter und darfst demnächst als Gemüsekistenstapler morgens um halb drei auf dem Großmarkt antreten. Uli Kusch und Roland Grapow brauchen sich nach ihrem Fifty-fifty-Abflug/Rausschmiss bei Helloween ganz sicher keinen neuen Rappelwecker neben die Koje zu stellen: Die beiden sind auf dem besten Weg, mit ihrer brandneuen Formation zur Melodic-Power-Metal-Sensation 2003 zu avancieren. Sie haben ein phantastisch eingängiges Hit-Album komponiert, sogar einen zweiten Mix finanziert, als ihnen der erste nicht fett genug rüberkam, und sich mit dem Norweger Jorn Lande den kernigsten und vielseitigsten Sänger Europas ins Line-up geholt. MASTERPLAN bauen nur ansatzweise (u.a. ´Heroes´ mit Gast-Stimme Michael Kiske) auf ihre Vergangenheit als Kürbispflücker. Ihr Schwerpunkt liegt auf rhythmisch sahnig unterlegter Saftschinkenpower (Pommes rotweiß oder wat? - Red.), sattem, modernem Riffing und ideenreich arrangierten Songstrukturen. Für solche Alben muss die Random-Taste an den CD-Playern erfunden worden sein: Selbst wenn der Apparat 500 Jahre durch die Tracklist hüpft, wird er unter den elf Nummern keine Schwachstelle finden. Düsterer Kathedralen-Doom mit Orgelbreitwand (genial: ´Bleeding Eyes´ und ´Soulburn´) offenbart ebenso seine einsame Klasse wie mitreißende Kracher der Sorte ´Crystal Night´, die Schmachtfetzen-Ballade ´Into The Light´ oder das schlicht gigantische Groove-Monster ´Enlighten Me´. Inklusive des prächtigen Cover-Artworks und der plastisch formulierten Lyrics, die um die Klischee-Wortfetzenkiste einen geschickten Bogen machen, stimmt hier einfach alles. (ROCK HARD 9,5 / 10)


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