2. Down The Line
3. Brave New World
4. Voices From The War
5. Mine All Mine
6. Shut Your Mouth
7. Kill The World
8. Dr. Love
9. No Remorse
10. Red Raw
11. Serial Killer
Auch wenn Lemmy nach außen hin bei MOTÖRHEAD natürlich das Ruder fest in der Hand hält bzw. schlichtweg die Band IST, sind es seit Jahren vor allem Gitarrist Phil Campbell und Drummer Mikkey Dee, die das alte Flaggschiff in Schwung halten. So reklamierte das Duo beim letzten Longplayer „We Are Motörhead", immerhin 80 Prozent der Musik geschrieben zu haben. Ebenso hat sich inzwischen herumgesprochen, dass speziell Mikkey Dee ein Fan der härteren Schiene ist, wogegen Lemmy es schon seit geraumer Zeit lieber etwas ruhiger angehen lässt. So betrachtet ist „Hammered", trotz des brachial anmutenden Titels, eine Lemmy-Platte. Selbst die wenigen schnellen Momente sind längst nicht so intensiv wie diverse Speedster der jüngeren Motörhistory, obwohl Mikkey kämpft wie eh und je. Lemmy kämpft auch. Allerdings mit der Puste. Gelegentlich pfeift der alte Knarzer echt aus dem letzten Loch und wirft daher zwei halbwegs sichere Rettungsanker aus. Zum einen gibt es wieder Gesangsharmonien en masse (es ist mir schon seit zig Jahren ein Rätsel, warum Lemmy im Studio so gern mit sich selbst singt). Auf dem brillant getexteten, mit einer phänomenalen Strophenmelodie und einem punkigen Basslauf beeindruckenden Opener ´Walk A Crooked Mile´ röcheln Lemmy und, ähh, Lemmy sogar im Kanon. Jesses, da kommt dann wohl doch der Priestersohn bei dem 56-jährigen durch. Dazu gesellt sich eine unüberhörbare Melancholie, die Sir Kilmister zuweilen regelrecht leidend klingen lässt. Beim Rausschmeißer ´Serial Killer´ (´ner Art Spoken Word-Version von ´Orgasmatron´) verlässt sich Lemmy sogar gänzlich auf krächziges Sprechen. An seiner Aura als einer der besten Frontmänner der gesamten Musikgeschichte kratzt all das natürlich nur bedingt. Phil Campbell nutzt die Chance zudem souverän und profitiert von „Hammered" am meisten. Der Gitarrist gewinnt durch eine enorme Vielseitigkeit klar an Profil und lässt das Album mehr Sechssaiten-Finesse versprühen als sämtliche MOTÖRHEAD-Scheiben mit Doppelaxt (auch wenn er natürlich nicht jedes Soundloch zufrickelt wie Brian Robertson auf dem ´83er Werk „Another Perfect Day"). „Hammered" rult somit unterm Strich in für MOTÖRHEAD eher ungewöhnlichen Territorien. Fazit: Trotz leichter Ladehemmungen bleibt alles souverän im grünen Bereich. (ROCK HARD 8 / 10)


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen