1. Mustapha
2. Fat Bottomed Girls
3. Jealousy
4. Bicycle Race
5. If You Can't Beat Them
6. Let Me Entertain You
7. Dead On Time
8. In Only Seven Days
9. Dreamer's Ball
10. Fun It
11. Leaving Home Ain't Easy
12. Don't Stop Me Now
13. More Of That Jazz
Vorweg: Ich mag Queen wirklich & habe mittlerweile fast alle Alben in meinem CD-Schrank stehen. Ein paar Vinyl-Ausgaben haben sich auch hinzugesellt, aber manchmal - Hand aufs Herz - ist nicht alles ein Meisterwerk, wo "Queen" draufsteht. "Jazz", 1978 erschienen, ist für mich eine sehr ambivalente Angelegenheit. Zuallererst einmal ist es freilich kein Jazz-Album, sondern ein recht wilder Mix aus Pop, Bluesrock, Rockoperette & musicalähnlichen Einflüssen. Tja, Queen halt, würde da so mancher Fan jetzt wohl meinen... Irgendwie haben Freddie & seinen Mannen sich gefühlsmäßig ein bisschen zu sehr von ihrer Inspiration leiten lassen & vor lauter Begeisterung so ein bisschen das Ziel aus den Augen verloren... Das trifft keineswegs auf alle Alben der Briten zu, aber doch auf einige - vor allem auf vorliegendes! "Jazz" beginnt saustark: Ich mag den Spaßtitel "Mustapha" & finde es eigentlich mutig, dass sie den an den Anfang gesetzt haben. Das gleich anschließende "Fat Bottomed Girls" ist überhaupt einer der allerbesten Queen-Songs aller Zeiten und zeigen Queen von der Seite, die mir persönlich ja am liebsten ist: purer Rock, satter Sound, starke Dynamik, großartiger Gesang! Auch live war dieser Song in diversen Show-Programmen immer ein Highlight. Mit "Bicycle Race" enthält die Platte einen weiteren großen Queen-Klassiker, der mehr ins Operettenhafte, Musicalmäßige geht und der vielleicht gar nicht so schlecht auf "A Night At The Opera" gepasst hätte. Obwohl mir die Musicaldudelei manchmal ein wenig auf die Nerven geht, funktioniert dieser Track erstaunlich gut und gehört sicher auch zu den Höhepunkten der Scheibe. Ziemlich gut gefallen mir außerdem noch "If You Can't Beat Them" (das John Deacon geschrieben hat, der eigentlich immer gute Songs beisteuerte) sowie "Let Me Entertain You", das trotz Freddies typischer Extravaganz ein sehr grooviges, rockiges Stück bleibt. Ansonsten sprechen mich die hierauf enthaltenen Titel mal mehr, mal weniger an, ohne jedoch wirklich nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Den Hit "Don't Stop Me Now" kann ich einfach nicht mehr hören. Anders als "Bicycle Race" nervt mich dieser Song einfach - mir ist das Ganze zu verspielt, zu vertrackt und wirkt auf mich ehrlich gesagt auch ein bisschen angestrengt & aufgesetzt. Ich glaube, "Jazz" soll beim Hörer den Eindruck erwecken, dass die Band bei den Aufnahmen Spaß gehabt hat. Entsprechend sollte diese Lockerheit & Ungezwungenheit auch musikalisch so transportiert werden. Für mich geht dieses Kalkül (sofern's überhaupt so gedacht war) aber höchstens teilweise auf. "Jazz" hat seine Licht-, aber eben auch seine Schattenseiten und ist in Summe deshalb für mich kein wahrer Queen-Klassiker.
Fazit: "Fat Bottomed Girls" & "Bicycle Race" sind unsterbliche Queen-Klassiker, die man aber auch auf der "Greatest Hits"-Ausgabe findet (erstgenannten Song sogar in besserer Qualität). Für "Don't Stop Me Now" hab ich mich noch nie erwärmen können bzw. fehlt mir vielleicht auch das Verständnis/der Zugang dafür. Als eine Art Geheimtipps könnte man noch den frischen Opener "Mustapha" sowie John Deacons "If You Can't Beat Them" auf die Habenseite des Albums stellen, ansonsten hat man es aber hier größtenteils mit Durchschnittskost zu tun. Der Sound ist grundsätzlich in Ordnung - hier gibt's keine Beanstandungen meinerseits ;) (AMAZON)

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