1. Epicus Furor
2. Emerald Sword
3. Wisdom Of The Kings
4. Heroes Of The Lost Valley
5. Eternal Glory
6. Beyond The Gates Of Infinity
7. Wings Of Destiny
8. The Dark Tower Of Abyss
9. Riding The Winds Of Eternity
10. Symphony Of The Enchanted Lands
Nach dem durchschlagenden Erfolg des sich immer noch in den Lesercharts tummelnden Erstlings war abzusehen, daß die italienischen Symphonic Metal-Helden auf dem langerwarteten Nachschlag keinen Millimeter vom einmal eingeschlagenen Weg abweichen und ihr Ding nur noch kompromißloser durchziehen würden. Und so isses auch! Anstatt zu kleckern, wurde mächtigst geklotzt, was sich schon an der arschtighten, transparenten Produktion ablesen läßt, die etwaige Soundlöcher gnadenlos zukleistert und den Songs und dem Zuhörer kaum Platz zum Atmen bzw. Zeit zum Verschnaufen läßt. Kein Song, der ohne irgendein Gimmick auskommt. Die Palette des Gebotenen reicht von klassiklastigen Intros über Soundtrack-kompatibles Gedröhne der Marke Poledouris/Horner/Elfman bis hin zur passenden Geräuschkulisse (feat. Säbelgerassel, Wolfsheulen und Warrior-Storytelling à la Manowar). Nichts wird unversucht gelassen, um dem in den Anzeigen auftauchenden Etikett "Symphonic Epic Hollywood Metal" gerecht zu werden. Über alledem thront majestätisch-erhaben klingender, von irrwitzigen Gitarrenläufen, superben Vocals und donnernden Doublebassdrums getragener Melodic-Speed der Güteklasse Helloween/Gamma Ray. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, bat man Gott und die Welt ins Studio - und fast alle kamen. Ersterer ließ sich erwartungsgemäß nicht blicken, dafür gaben sich ein kompletter Kammerchor, ein Streicherensemble (Violine, Viola, Kontrabaß und Cello), diverse Flötisten und eine waschechte Barocksängerin die Klinke in die Hand. Nicht zu vergessen der aus Funk und Fernsehen bekannte Don Kosaken-Chor. Und diese Liste ließe sich noch fortführen. Puristen dürfte angesichts dieser Aufzählung bereits das Kotzen kommen, und es stellt sich die nicht unberechtigte Frage, was dieser Kreuzüber-Overkill letzten Endes noch mit Metal zu tun hat. Manch einer wird sich überfordert fühlen und der Band das Mißachten des metallischen Reinheitsgebotes vorwerfen. Ergo: Entscheidet selbst, ob RHAPSODY übergeschnappt sind oder unserem heißgeliebten Sound den Weg ins nächste Millennium weisen. "Symphony Of Enchanted Lands" markiert jedenfalls den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die von Bands wie Queen, Blind Guardian oder Savatage angekurbelt und von RHAPSODY (oder Therion) nahezu perfektioniert wurde. An diesem Meisterwerk werden sich die Geister scheiden - und das ist gut so. Man darf gespannt sein, welchen Verlauf die weitere Karriere der Jungs nehmen wird. Ich tippe auf "Durchbruch". Wie auch immer: Man sieht sich bei der Live-Uraufführung in der Dorfkirche um die Ecke.(ROCK HARD 9 / 10)

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