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Running Wild - Black Hand Inn



Release Info: 1994 - EMI - Full Length
Band Info: Deutschland - 1976 - Heavy Metal
Bewertung: 9           


Songs:

1. The Curse
2. Black Hand Inn
3. Mr. Deadhead
4. Soulless
5. The Privateer
6. Fight The Fire Of Hate
7. The Phantom Of Black Hand Hill
8. Freewind Rider
9. Power & Iron
10. Dragonmen
11. Genesis (The Making And The Fall Of Man)

Der Bart ist so alt, dass im Keller bereits die dazugehörige Wickelmaschine rattert - und dennoch sei es in Erinnerung gerufen: RUNNING WILD sind sicherlich eine der umstrittensten deutschen Metal-Bands, aber auch eine der erfolgreichsten. Daran dürfte der neueste CD-Streich "Black Hand Inn" herzhaft wenig ändern. Im Gegenteil: Eigenen Gepflogenheiten folgend, war wieder einmal ein anderes Line-up als noch beim vergangenen Longplayer im Studio zugange. Damit aber hören die Parallenen auf, denn heuer ist vor allem einer der Neuzugänge ein Gewinn wie ein Lotto-Sechser: Was sich Jörg Michael, zuweilen schon live bei den Piraten taktangebend, auf dieser Scheibe zusammengetrommelt hat, ist der schlichte Hammer. Vor allem sein Verdienst ist es, dass das "Painkiller"-Syndrom offensichtlich auch die hanseatischen Freibeuter erreicht hat. Mit einer gnadenlosen Härte werden die Songs heruntergeknüppelt, die ansonsten durchaus nach dem bekannten Muster gestrickt wurden: hübsch rhythmusbetont und mit eingängigen, schon beim ersten Mal bequem mitsingbaren Hooks verziert. Ein Rezept, das über weiteste Strecken aufgeht, denn Granaten wie 'Powder & Iron' oder 'Dragonmen' sind schlichtweg unwiderstehlich. Nimmt man dann noch einen knallharten Feger wie 'Mr. Deadhead', den Stampfer 'Fight The Fire Of Hate' und die typische Hymne 'The Privateer' dazu, weiß man, wie die Wurst gewachsen ist. Gut - aber auch nicht neu - kommen die gregorianischen Chöre beim Titeltrack rüber, der übrigens - wie auch 'The Phantom Of Black Hand Hill' am deutlichsten demonstriert, welch ungeheurer Gewinn Jörg Michael für die Mannschaft um Rolf Kasparek ist. Wenn Franz Beckenbauer die Lichtgestalt des deutschen Fußballs ist (Lass das mal eure HSV-Tretmine Willie Schulz lesen. Der wird dir die Hammelbeine schön langziehen! - Red.), dann ist Jörg desgleichen für das deutsche Kesseltreiber-Wesen. Da die Klampfen zudem noch eine Portion schneidender und vorwitziger als ohnehin schon durch die Rillen toben und die bekannten keltischen Einflüsse deutlicher wahrnehmbar sind, halte ich neun Punkte für unbedingt angemessen. Bevor jetzt einige Schlaumeier "lokalpatriotische Züge" in dieser Ausage wittern: Dass dieses Album von RUNNING WILD kommt, war in meinen Augen eher Bürde als Vorteil. (ROCK HARD 9 / 10)

Running Wild - Photo




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