1. Intro
2. Killing Ground
3. Court Of The Crimson King
4. Coming Home
5. Hell Freezes Over
6. Dragons Lair
7. You Don't Know What You've Got
8. Deeds Of Glory
9. Running For The Border
10. Shadows On The Wall
11. Rock Is Your Life
Platten von Iron Maiden oder Judas Priest wurden in den letzten Jahren ausnahmslos mit Durchhalteparolen verkauft. Ohne die Beschwörung der „guten alten Zeiten" geht dort gar nichts. Über die mehr oder weniger vorhandene musikalische Substanz bzw. Street-Credibility - an der Spitze die „Metal ist doch nicht tot"-Umfaller Dickinson und Halford - wird unablässig von Nostalgiefreaks an sämtlichen Metal-Stammtischen erbittert gestritten. Obwohl man sie undankbarerweise immer wieder auf ihre Classics der Achtziger reduziert, haben sich SAXON im Schatten der beiden großen Bruder-Bands im Langzeit-Test als die heimliche Nummer eins der großen Drei von der Insel erwiesen: Seit ihrem Geniestreich „Solid Ball Of Rock" (1991) brachten Biff und Konsorten ausschließlich hochklassige Alben unters Volk (Ausnahme von der Regel: der ´93er Betriebsunfall „Forever Free"). Außerdem bewiesen sie mit etlichen Songs stilvolle künstlerische Weiterentwicklung, ohne sich an Trends zu hängen, und zeigten Jahr für Jahr, dass sie live zu den stärksten und zuverlässigsten Acts der gesamten Szene gehören. Vom Biker-Treffen bis zum Headlining-Spot auf Festivals wie dem W:O:A waren sie jeder Herausforderung souverän gewachsen. Ihr 16. Studioalbum sollte sich die Gemeinde auf jeden Fall mal ins Ohr stecken. „Killing Ground" ist zwar kein Überflieger geworden, was sicherlich auch daran liegt, dass der Kundschaft keine speedigen Ultra-Kracher der Sorte ´Baptism Of Fire´, ´Unleash The Beast´ oder ´Demolition Alley´ entgegen hüpfen. Davon abgesehen liefert das Album allerdings durchweg gediegene, wuchtig produzierte SAXON-Power mit Hymnen wie ´Deeds Of Glory´ (das Doom-Pendant zu ´Walking Through Tokyo´) oder ´Dragons Lair´ (Riffgewitter mit Klasse-Hook). Ebenfalls stark sind der pfundige Titeltrack, untermalt von düsteren Höllenglocken im Stil von Riots ´Buried Alive´, der unwiderstehlich treibende Rausschmeißer ´Rock Is Our Life´ und die intensive, kompetent aufgezogene King Crimson-Coverversion ´Court Of The Crimson King´. Keine Frage: SAXON schöpfen nach wie vor aus einem Potenzial, das ausreicht, um an der Spitze der Liga mitzuspielen. Wenn sie noch auf das Format einer Vinyl-LP beschränkt wären, was die drei eher biederen Füller ´Coming Home´, ´Hell Freezes Over´ oder ´Running For The Border´ wohl auf Single-B-Seiten verbannt hätte, gäbe es auf „Killing Ground" keinen Schwachpunkt zu entdecken. Bleibt zum Abschluss lediglich die Frage offen, ob bei SPV die große Geschmacksverirrung ausgebrochen ist: Das Billig-Cover der CD gehört eindeutig in die Sparte „unterm Hund". Da hat man wohl am falschen Ende Geld sparen wollen... (ROCK HARD 8 / 10)


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