1. Alien Nation
2. No Pain No Gain
3. Someone To Touch
4. Under The Same Sun
5. Unholy Alliance
6. Woman
7. Hate To Be Nice
8. Taxman Woman
9. Ship Of Fools
10. Nightmare Avenue
11. Lonely Nights
Die Ballade 'Wind Of Change' änderte für Deutschlands Flaggschiff in Sachen Hardrock von einem Tag auf den anderen alles. Empfang bei Gorbatschow, Auftritte in nahezu sämtlichen Fernsehshows und wohl kaum eine Hausfrau, die den Song nicht mitpfeifen konnte. Die Versuchung, einen ähnlich konzipierten Nachfolgehit zu schreiben und somit vollends in seichte Pop-Gefilde abzudriften, muss im Scorpions-Lager riesengroß gewesen sein. Dass die Band diesem widerstanden und sich auf "Face The Heat" (zumindest phasenweise) auf ihre alten Stärken besonnen hat, spricht für das Quintett. Auf Losgehnummern wie den überragenden Opener 'Alien Nation', 'Unholy Alliance' oder 'Nightmare Avenue' hat man nicht zuletzt auf Alben wie "Crazy World" und "Savage Amusement" vergebens gewartet. Die Überraschung ist der Band also gelungen, die Gitarren von Jabs und Schenker dominieren wie in früheren Zeiten, der neue Mann Ralph Rieckermann spielt seine Bass-Parts solide herunter, und mit einem für SCORPIONS-Verhältnisse experimentellen Track wie 'Women' hätte zumindest ich nie und nimmer gerechnet. Aber die Scorps waren nicht halb so bekannt wie heute, hätten sie nicht auf jedem Album ein oder zwei charttaugliche Midtemponummern und Balladen veröffentlicht. Diesmal heißen sie 'Under The Same Sun' (mäßig), 'Lonely Nights' und 'Daddy's Girl' (gute Akustik-Ballade) und dürften erneut für einen Verkaufserfolg des nunmehr zwölften Studioalbums sorgen. Knappe acht Punkte für eine Scheibe, die ich den "alten Herren" in dieser Form beim besten Willen nicht zugetraut hatte. (ROCK HARD 8 / 10)
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