Alphabet

Tankard - Two Faced



Release Info: 1994 - Noise - Full Length
Band Info: Deutschland - 1982 - Thrash Metal
Bewertung: 9


Songs:

1. Death Penalty
2. R.T.V.
3. Betrayed
4. Nation Over Nation
5. Days Of The Gun
6. Cities In Flames
7. Up From Zero
8. Two-Faced
9. Ich Brauch Meinen Suff
10. Cyberworld
11. Mainhattan
12. Jimmy B. Bad

Okay, ich gebe zu, daß ich die letzte TANKARD-Scheibe "Stone Cold Sober" mit mindestens einem Punkt überbewertet habe. Das passiert halt in der ersten Euphorie, wenn man wirklich Fan einer bestimmten Band ist. Deswegen habe ich mir den neuesten Output "Two-Faced" auch mindestens 20mal angehört und kann nun ruhigen Gewissens behaupten, daß diese Scheibe objektiv den Höhepunkt der bisherigen TANKARD-Karriere darstellt, denn es gibt einiges auf diesem Silberling zu entdecken, das man von den fünf Bierkrügen nicht erwartet hatte. Natürlich stehen Stücke wie 'R.T.V.', 'Nation Over Nation' oder 'Mainhattan' in der typischen TANKARD-Tradition, was nun beileibe nichts Schlechtes ist. 'Up From Zero' hört sich für meinen Geschmack sogar zu sehr nach dem alten Hit 'Space Beer' an. Aber diese Platte ist wirklich "Two-Faced", denn sie hat auch eine andere Seite. Da wären zum Beispiel die beiden Bulgaropolus-Kompositionen, die traditionell etwas aus dem Rahmen fallen, 'Days Of The Gun' ist sogar das mit Abstand langsamste Stück, das TANKARD jemals aufgenommen haben. Dann gibt es Songs wie das etwas Bad Religion-mäßige 'Jimmy B. Bad', die von simplen und punkigen Gitarrenläufen leben. Und es gibt teilweise überraschend gut ausgearbeitete Gesangslinien ('Betrayed', 'Cities In Flames'), man kann außerdem zum ersten Mal bei einer TANKARD-Platte den Baß hören. Nicht vergessen werden sollen auch die mitunter sehr starken Lyrics, die diesmal viel ernster und negativer sind als noch in der Vergangenheit - 'Betrayed' (sehr gelungen, Gerre!) und 'Days Of The Gun' mögen hier stellvertretend genannt sein. Und damit auch der Spaß nicht zu kurz kommt, haben die Frankfurter noch den mittlerweile über 15 Jahre alten Straßenjungs-Gassenhauer 'Ich brauch' meinen Suff' gecovert. TANKARD liegen anno '94 ziemlich genau zwischen den überwiegend simpel-spaßigen Sodom und den relativ düsteren und verschachtelten Kreator, und es ist ganz einfach gut, daß es sie gibt. Und das hoffentlich noch möglichst lange. (ROCK HARD 9 / 10)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Popular Posts