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Van Halen - 1984




Release Info: 1983 - Warner - Full Length  
Band Info: USA - 1972 - Hard Rock
Bewertung: 8,5

Songs:

1. 1984
2. Jump
3. Panama
4. Top Jimmy
5. Drop Dead Legs
6. Hot For Teacher
7. I'll Wait
8. Girl Gone Bad
9. House Of Pain

„1984“ ist mit eingängigen synthetischen Klängen angereicherter Brachial-Rock vom Feinsten, der die Grenzen kommerzieller Massentauglichkeit anno dazu mal neu auslotete und offenbar genau den Nerv des damaligen Zeitgeists traf. Das sechste Van-Halen-Album erschien im Jänner 1984 und war für lange Zeit die letzte Veröffentlichung mit Sänger David Lee Roth, der sich kurz darauf mit Mastermind Eddie van Halen (Gitarre, Keyboard) zerstritt und erst gute 20 Jahre später zur Band zurückkehren sollte. Das Cover, das eine rauchende kindliche, engelsgleiche Gestalt zeigt, würde heutzutage in vielen Ländern der Welt der Zensur zum Opfer fallen – in den Mittachtzigern konnte man sich so etwas aber noch erlauben.

Selbst wenn eingefleischte Van-Halen-Anhänger ob der Zuhilfenahme synthetischer Soundmaschinen ihre Nasen rümpf(t)en, muss man festhalten, dass „1984“ erstaunlich gut gealtert ist. Zudem war die Veröffentlichung ein immenser kommerzieller Erfolg. Insgesamt wurde vorliegende Scheibe rund 17 Millionen Mal über die Ladentheke gereicht, davon über 10 Millionen Mal allein in den USA (wo das Album den 2. Platz erreichte), und zählt damit neben dem 1978 erschienenen Debüt „Van Halen“ zur erfolgreichsten Longplayer-Veröffentlichung der US-Amerikaner mit teils niederländischen Wurzeln. Neben mitreißenden Stadionrock-Hymnen wie dem Überflieger „Jump“ (der an die Spitze der US-Billboard-Single-Charts kletterte) oder „Panama“ (das sich ebenfalls unter den Top-20 platzierte) bietet die Platte progressiv angehauchten, virtuos-verspielten Hard-Rock, wie z.B. Titel wie „Hot For Teacher“ beweisen. „Jump“ (das durch ein sehr stimmiges, einminütiges Keyboard-Intro namens „1984“ eingeleitet wird und das Album bombastisch eröffnet) wird heute noch regelmäßig auf vielen Mainstream-Radiosendern gespielt, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, ein schnödes, beliebig-austauschbares One-Hit-Wonder zu sein. Dafür klingt es zu sehr nach Leidenschaft im Allgemeinen und nach Van Halen im Speziellen.

Der Sound der Platte im Ganzen gehört mit zum Besten, was in den 80ern auf wiederabspielbares Tonträgerformat gebannt worden ist. Alex van Halens (Bruder des Gitarristen Eddie) Drums hauen einen schlicht um, während Gitarren und Synthies lautstärkenmäßig stellenweise um die Vorherrschaft bezüglich Präsenz und Prägnanz buhlen. David Lee Roths Stimme bleibt dennoch stets angenehm vordergründig und verleiht den leidenschaftlich dargebotenen Songs das gewisse Etwas. Die trockene Studio-Sterilität, die „1984“ teils anhaftet, könnte man heute als damalige Zeiterscheinung würdigen und schadet keinem der insgesamt 8 Tracks (wenn man das Intro nicht mitzählt) nachhaltig. Ich persönlich würde darin sogar einen gewissen Charme sehen. Wer während einer Autofahrt einmal richtig headbangen möchte oder zuhause die Toleranz seiner Nachbarn austesten will, der liegt mit Van Halens „1984“ genau richtig. 
(AMAZON)




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