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Charlie Shred - Charlie Shred

Charlie Shred - Charlie Shred

Release Info: 2012 - Liljegren - Full Length
Band Info: Schweden - 2011 - Power Metal
Bewertung: 8  


Songs:

1. Arise
2. Panic
3. Death Comes To All
4. The Rose
5. Tainted Inside
6. Time To Die
7. The Ancestors Guide
8. Game Over
9. Welcome To Hell
10. Fall Down

In meinen Albträumen suchte mich Charlie Shred schon als dauergewellter, langhaariger Rüschenhemdposer heim. Er war bewaffnet mit einer Funken sprühenden, achthälsigen Gitarre und jaulte fortwährend in Sopranistinnen-Tonlage: „Ich bin der wahre King of Guitarshred, und ich werde in jedem Song so viele unglaublich schnelle Noten gniedeln, dass Yngwie Malmsteen die Ohren bluten!!!“ Glücklicherweise ist CHARLIE SHRED nicht der Menschensohn des Gitarrengotts himself, sondern eine echte Band, die erst nach Abschluss des Plattenvertrags von ARISE auf den etwas seltsamen Namen CHARLIE SHRED umstieg. Auch das an die Kindergruselbuchreihe von R.L. Stine erinnernde Plattencover ist in der Realität eher belustigend als furchteinflößend. Da sich drei Viertel des Quartetts nebenbei in der Bombast-Metalband REINXEED austoben, sind auch im Sound von CHARLIE SHRED Spuren von skandinavischem und italienischem Power Metal nachweisbar. CHARLIE SHRED kombinieren diese moderne Grundlage aber mit Speed Metal und melodischem Thrash samt Gang Shouts, Stilrichtungen, die vor 25 Jahren ihre Blütezeit hatten. ANTHRAX scheinen da ein Einfluss gewesen zu sein, auch VIO-LENCE, HAWAII oder EUROPE. Die Mischung funktioniert erstaunlich gut und läuft durch die reduziert eingesetzten Keyboards keine Gefahr, zu kitschig zu werden. Gerade die flotten Nummern wie „Game Over“ haben ordentlich Biss und sind erfreulich abwechslungsreich. Bevor es zu hart wird, schieben die Schweden immer melodische Teile ein, die mit Eingängigkeit und sauberen Gesangslinien zu gefallen wissen. Tommy Reinxeeds extra hohe Lage findet zum Glück nur an den dramatischen Stellen sinnvolle Einsatzmöglichkeiten, ansonsten dominiert Calle Sundberg als souveräner Fronter mit angerauhten Stimmbändern, die für die Glaubwürdigkeit dieser Musik immens wichtig sind. Einziger kleiner Schwachpunkt ist die Gitarrenarbeit von Mattias Johansson, dem bei den Solos hin und wieder die Kontrolle über das Griffbrett entgleitet. FAZIT: Der Power Metal von CHARLIE SHRED ist gewissermaßen eine Fortführung des Speed Metal der 80er Jahre. Alle Songs kommen gut auf den Punkt, ziehen den Hörer sofort mit und bleiben im Ohr hängen. Mir fällt auch nach längerem Überlegen keine Band ein, die in letzter Zeit ähnlich Überzeugendes in diesem Genre abgeliefert hätte. (MUSIKREVIEWS 11 / 15)




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