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Asia - Aqua


Release Info: 1992 - Intercord - Full Length
Band Info: England - 1981 - AOR
Bewertung: 7,5


Songs:

1. Aqua Part 1
2. Who Will Stop The Rain?
3. Back In Town
4. Love Under Fire
5. Someday
6. Little Rich Boy
7. The Voice Of Reason
8. Lay Down Your Arms
9. Crime Of The Heart
10. A Far Cry
11. Don't Call Me
12. Heaven On Earth
13. Aqua Part 2

Wie erwartet ging das Konzept „Wir schmeißen mal die Elite der progessiven Muskrichtung zusammen, die sich zwar menschlich fremd sind, aber umso schöner spielen können“ nicht lange gut. Asia trennte sich Mitte der 80er. Doch halt, da war doch ein Comeback anno 1990! Auch das ging schief, so dass sich schließlich sogar das Traumpärchen Wetton / Downes (Sänger, Bassist / Keyboarder) trennte. Doch Herr Geoff Downes gab nicht etwa auf. Nein, er traf sich mit Neuzugang John Payne und lud sogar den Rest der ersten Band nochmal für ein richtiges Comeback-Album ein. Und was soll ich sagen? Die breite Masse ignorierte diesen erneuten Versuch, einer in die Jahre gekommenen, 80er-Band und hörte lieber Heat of the Moment und die müden, alten Lieder in Dauerschleife. Doch wen kümmert schon die breite Masse, wenn dieses vorliegende Werk hier, so bombastisch und grundlegend gut ist? Ja, Asia sind noch als progressiver Mainstream zu bezeichnen, was in etwas stereotypen, aber trotzdem extrem stimmigen Powerballaden wie Crime of the Heart bewiesen wird. Und ja, an der grundsätzlichen Musikrichtung ändert sich nichts, doch a) war am zuvorigen Konzept nichts Grundlegendes schlecht und b) bessert die Band doch tatsächlich an allen früheren Makeln nach. Behobene Makel im Schnelldurchlauf: John Wetton war ein netter Sänger. Sprich: Er konnte die Töne alle adäquat treffen, auch die höheren. Background-Gesänge waren grandios inszeniert und bleiben es auch weiterhin (Lay down your Arms, eine wirklich schöne Hook!), doch ansonsten ist John Payne ein weitaus versierterer Sänger. Er hat Charme, er besitzt eine rauere Raffinesse, er akzentuiert besser und hat einen höheren Tonumfang, von der Kraft seiner Stimme sei erst gar nicht groß zu sprechen. Einfach ein toller Sänger! Wer war nochmal John Wetton? Auch die Produktion ist nicht so schwammig und überladen mit Bombast. Sie ist kernig und sauber produziert und Geoff hat seine ollen 80er-Synthies gegen tolle 90er-Keyboards eingetauscht. Auch die Gitarren langen ordentlich zu. Sehr schön zu hören in der glam-inspirierten Powerballade Someday oder im (man höre und staune) blues-inspirierten, schmissigen, coolen Rocker Back in Town. Der neue Gitarrist Al Pitrelli zeigt ebenfalls im krönenden Gitarrensolo, dass Asia's Comeback definitiv unterbewertet ist. Und es gibt noch viel mehr schöne Lieder neben den einstimmenden beziehungsweise ausstimmenden Intro / Outros Aqua Pt. 1 und Aqua Pt. 2 . Da gibt es zum einen den absolut vereinnahmenden Rocker Who will stop the Rain? . Hier stimmt einfach alles, die raue Stimme, die grandiosen Background-Chöre, das virtuose Gitarrensolo oder die Keyboard-Untermalung! Was war nochmal Heat of the Moment? Eine weitere Powerballade sei noch zu erwähnen. Heaven on Earth ist ungemein spannend und steigert sich kontinuierlich. John Payne packt alle seine stimmlichen Register aus und auch die Melodieführung ist berührend, aber gleichzeitig sehr intensiv. Da gehen Bombast-Rocker wie Don't call me fast unter. Obwohl auch hier anzumerken ist, dass die Gitarren weitaus ausgeprägter als auf den alten Songs sind und somit die neuen Bombast-Rocker mehr stützen und voran bringen. The Voice of Reason schließlich ist ein würdiger Abschluss. Die Band beweist hiermit, dass sie stellenweise auch mal ganz ruhig und sanft werden kann. Fazit: Mainstreamartiger, leicht progressiver Bombast-Rock vom Feinsten. Ernsthaft, die meisten Lieder auf dieser Scheibe sind besser komponiert, arrangiert und produziert als die alten Lieder. (Von denen viele auch nicht schlecht waren). Wobei die neue Gitarrenführung und John Paynes eindeutig charismatischere Stimme viel dazu beitragen. Aqua ist schlichtweg spannend und unterhaltsam, wenn auch insgesamt kein ganz perfektes Album. So fehlt es doch noch an weiter verbreiteter Raffinesse in der Melodiegebung. Na dann, vielleicht beim nächsten Mal. (AMAZON)





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