Alphabet

Enslaved - Frost


Release Info: 1994 - Osmose - Full Length
Band Info: Norwegen - 1991 - Black Metal
Bewertung: 7,5


Songs:

1. Frost
2. Loke
3. Fenris
4. Svarte Vidder
5. Yggdrasil
6. Jotunblod
7. Gylfaginnig
8. Wotan
9. Isorders Dronning

Ist die Rede von norwegischen Black Metal-Bands, dann fallen Namen wie Emperor, Burzum, Immortal, Dark Throne oder ENSLAVED. Denkt man an die jüngste Vergangenheit, dann wurden genau diese Formationen mit der faschistoiden Organisation 'Inner Circle' in Zusammenhang gebracht, die nicht nur in der Metal-Presse zu viele Schlagzeilen bekam, sondern auch Schreiberlinge von Tageszeitungen und Wochenblättern zur 'Recherche' bewog. Auch ENSLAVED wurden genannt, wenn es um Grishnackh und Co. ging. Was wohl nicht zuletzt daran lag, daß man persönliche Kontakte zum Möchtegernführer und zu anderen Schlüsselfiguren der militanten Szenerie unterhielt. Dem Trio wurden die Spekulationen zuviel, und sie veröffentlichten zur neuesten LP 'Frost' ein Statement, in dem zu allen Vorwürfen Stellung genommen wird. In diesem Schreiben erklären die Norweger, keiner extremen Ideologie zu folgen, was sowohl für rechts als auch für links gilt. Außerdem stellen sie fest, daß sie dem 'Inner Circle' noch nie angehörten und auch nicht angehören wollen. ENSLAVED teilen weder die Wertvorstellungen noch den Glauben der Teufelsanbeter und betrachten sich deshalb, allen Mutmaßungen zum Trotz, nicht als Block Metal-Band. Stattdessen heften sich die Knaben kulturelle Wikinger-Attribute an ihre Fahne und bezeichnen ihre Mucke als Viking-Metal. Na denn... Musikalisch liegt die Band nicht weit weg vom norwegischen Satansgebolze. Zu den ganz großen Vorbildern der Herren Bjornson, KjelIson und Torson zählen auf alle Fälle die Werke von Bathory. Kaum einer Band ist es gelungen, den mit 'Under The Sign eingeprügelten Stil so genial weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zu vielen 'true' Block Metal-Bands verbinden ENSLAVED die typisch nordischen, rasenden Riffs und die rauhen Kreischvocals mit orchestraler Monumentalität. Dieser prägende Effekt wird durch wohlüberlegten Keyboardeinsatz erreicht, feingewebte, manchmal sehr pathetische Soundteppiche geben der Musik ihre Fülle. Auf der aktuellen Silberscheibe legt das Trio noch mehr Wert auf lyrische Elemente als auf dem selbstbetitelten Vorgänger (auch unter 'Vikingligr Veldi' bekannt) oder der Split-CD mit Emperor. 'Yggdrasil' und 'Isoders Dronning' könnten durchaus Quarthons Hirn entsprungen sein, die Titel erinnern stark an sein Wikinger-Epos 'Hammerheart'. Für Abwechslung ist also gesorgt. Kurz: Die Nordlichter sind das Beste, was Norwegen gegenwärtig an extremen Klängen zu bieten hat und verdienen für ihre Musik das Prädikat 'Bathory der Neunziger'. (ROCK HARD 9 / 10)





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Popular Posts