1. Heartbreak Hotel
2. Don't Break My Heart
3. Make Me Smile (Come Up And See Me)
4. What's It Like To Be Loved
5. Tear Me Apart
6. The Honky Tonk Downstairs
7. Half As Much As Me
8. Close The Door
9. American Lady
10. Wake Up Little Susie
Das immerhin schon vierte Studio-Album der stets in Figur bewusstes schwarzes Leder gekleideten Suzi Quatro wurde im Herbst 1976 aufgenommen. Co-produziert wurde es als einziges Suzi-Quatro-Album von dem damals ausgesprochen einflussreichen und erfolgreichen Produzenten Mickie Most.
Die 2012 veröffentlichte Version auf dem cherry red-Label verfügt neben den Tracks der urspründlichen LP über insgesamt acht (!) Bonus-Tracks, unter denen es tatsächlich etwas zu entdecken gibt. Zum Teil sind es non-album-tracks, die bestenfalls auf Single-B-Seiten erschienen waren.
Bemerkenswert ist die Sorgfalt, mit welcher cherry red Texte, zum Teil schöne Fotos und sehr viele Repros der entsprechenden Original-Schallplatten zusammengetragen hat. Die Texte sind schon sehr ausführlich.l Wer Spaß daran hat, zusätzlich zur Musik etwas Hintergrundwissen aufzulesen, ist hier richtig. Kompliment.
Primär interessiert aber erst einmal das ursprüngliche Album, und das - ja, ... also: es kommt irgendwie schwer in Fahrt:
Ausgerechnet ein Presley-Original eröffnet den Reigen. Suzi erzählt gern die Geschiche, dass sie ja ein riesigef Presley-Fan sei und vom King nach Veröffentlichung dieses Albums zu ihm nach Graceland eingeladen worden sei. Sie habe aber abgesagt, weil sie sich nicht getraut habe. Wenn sie die Suzi einige Zeit vorher alternativ nicht getraut hätte, ihre etwas schläfrig eingesungene Version von Heartbreak Hotel aufzunehmen, hätte sie sich sicher auch die King-Einladung erspart.
Wacher wirkt Suzi dann im dritten Titel, Make Me Smile, bekanntlich ein Song von Steve Harley. Sehr schön gemacht.
Zu voller Energie findet die Detroiterin dann u. a. bei What's It Like To Be Loved, das Suzi zusammen mit ihrem späteren Ehemann, dem kräftig gebauten Len Tuckey, verfasst hat. Treibend und energisch, das macht sich nach dem verkaterten Auftakt sehr gut.
Alles in allem ein archivierungswürdiges Dokument mit einigen hervorstechenden Titeln. Die hier enthaltene Single-Auskopplung Tear Me Apart erzielte immerhin in den deutschen Charts Platz 17 (im Vereinigten Königreich Platz 27), wohingegen das Album sich nicht bis in die Charts quälen konnte.
Cherry Red gebührt ein Lob dafür, dieses Werk wiederveröffentlicht zu haben. Es gab wohl vorher schon mindestens eine Huckepack-CD,-Veröffentlichung, auf der eben auch Aggro-Phobia drauf war. Als einzelne CD gibt es sie nur bei cherry red (jedenfalls habe ich das nach längerer Suche so herausgefunden, lasse mich aber wie immer gern eines besseren belehren).
Auch wenn ich nicht umhin konnte, dieses Werk jetzt nicht so übermäßig gelungen zu finden, möchte ich explizit betonen, dass z. B. auch Weltklasseschriftsteller nicht mit jedem Buch das Rad neu erfinden.
Suzi Quatro ist und bleibt eine ehrenwerte, hart arbeitende Künstlerin mit Alleinstellungsmerkmal, die ich für ihr Lebenswerk achte und die Geschichten wie "Can The Can", "Devil Gate Drive" oder "48 Crash" aufgenommen und zu Riesenhits gemacht hat. Außerdem hat Suzi einen meiner Lieblingstitel aller Zeiten, nämlich "Born To Run" von Bruce Spingsteen, gecovert. Das haben dann später Frankie Goes To Hollywood auch noch mal probiert, aber das war nicht Suzi ... (und Springsteen sowieso nicht).
Als ich grad darüber nachdachte, ob ich jetzt diese Rezension mal schließe, musste ich an Chris Norman denken. Ich weiß auch nicht, wieso. (AMAZON)


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