1. Night Of The Neverending Sleep
2. Dominion Resurrected
3. Army Of One
4. Dance Of The Dead
5. 72 Virgins
6. Bed Of Nails
7. Interface
8. Doors Of Misery
9. Through Dark And Dawn
10. The Sun Must Die
Für einen Deal hat es vorläufig noch nicht gereicht, und so kommt das fünfte Studioalbum der Jungs aus Atlanta als Eigenpressung über den Atlantik geschippert. Das Artwork ist wieder alte Schule 80er-Stil und auch musikalisch und gesanglich haben die Amerikaner die Death-Metal-Anklänge des Vorgängers fast komplett über Bord gekippt. Wir haben es wieder mit traditionellem Thrash zu tun, der vor allem durch Stacy Andersens nach wie vor gute Vocals und durch einige sehr griffige Refrains glänzen kann. Etwas schade ist hingegen, dass die zum Bersten explosive und energetische Kraftmischung aus Punk, Hardcore und Thrash, die vor allem "Death & Insanity" auszeichnete, nicht mehr in dem Maße geboten wird wie die meisten Fans das gerne hören würden. Der Charme ist etwas gebremster, der Vorschlaghammer kreist nicht ganz so bedrohlich und die Riffs springen den Hörer nicht mehr an wie ein ausgehungerter Tiger.
Dennoch täten wir "The Neverending Sleep" unrecht, wenn wir es deswegen als uninteressantes Album abhaken würden. Das ist es nämlich nicht. Auch wenn es das Quintett aus dem Staate Georgia etwas zu oft im groovende Midtempo angehen lässt, weiß die Mehrzahl der Stücke zu gefallen. Das flotte Titelstück zu Beginn lässt sogar Hoffnungen aufkeimen, dass die Band relativ nahtlos an "Monument" anknüpft. Ebenso das folgende 'Dominion Resurrected', dem allerdings noch ein wenig der Death-Touch des Vorgängers anhängt. Doch die ersten Anflüge der Begeisterung werden bei eher zähen und dabei melodiearmen Stücken wie 'Army Of One' oder 'Interface' und dem Groove-Core-Stück '72 Virgins' wieder etwas gedämpft. Dass es auch im gedrosselten Tempo besser geht, beweist hingegen das coole 'Dance Of The Dead'. 'Doors Of Misery' geht wieder richtig gut ab, bevor das bizarre aber gute, soundtrackartige 'Through Dark In Dawn' in den erneut etwas zu zäh geratenen Rausschmeißer 'The Sun Must Die' überleitet, der aber dafür einen tollen Refrain aufweist.
Kompositorisch haben wir einiges an Licht, etwas Mittelmaß und leider auch ein bisschen Schatten. Ein Teil der Songs hätte ruhig zwingender sein können und etwas mehr Geschwindigkeit hätte im Schnitt keinesfalls geschadet. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass sich die Produktion gegenüber dem Vorgänger leider nur wenig verbessert hat und die Platte so wieder recht verwaschen und undifferenziert klingt. Da hätte die Band mit einem schärferen Gitarrensound noch einiges mehr draus machen können. Mich stört das zwar nicht allzu sehr, aber Soundfetischisten dürften dadurch doch ein wenig den Spaß verlieren. Im Zweifelsfall vorher bei MySpace reinhören. Im Endeffekt würde ich sagen, dass HALLOWS EVE mit "The Neverending Sleep" zwar nicht einem Phönix gleich der Asche entsteigen, sich für die dezent verkorksten vergangenen Jahre jedoch ganz beachtlich rehabilitieren. Kein Götteralbum, aber definitiv ein großer Schritt in die richtige Richtung. (POWERMETAL.DE)


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