Release Info: 2001 - Skaldic Art - Full Length
1. Wotans Runenlied
2. Die Letzte Schlacht
3. Herminafrieds Klage
4. Das Verborgene Reich
5. Valhalla
6. Steinsburg
7. Ziuwari

Warum kannte ich „Menhir“ bis dato eigentlich nur vom sagen hören und habe noch nie eins ihrer Tondokumente zu Ohren bekommen? Ehrlich gesagt wundere ich mich selbst darüber, schliesslich sind die Thüringer im Gewerbe der metallischen Ton-Schmiede-Kunst keine Neulinge mehr, sondern haben Anhänger des heidnischen Metals seit Beginn ihrer nun schon fast siebenjährigen Bandgeschichte mit bereits 4 Veröffentlichungen zutiefst erfreut, wenn man den Aussagen auf ihrer Home Page glauben schenken darf. Und wenn ich den Klängen „Ziuwari’s“ so lausche, besteht einfach kein Zweifel daran, denn schon das erste Lied ergreift den Zuhörer mit fantastischen Melodien und absolut genialem Gesang! Wer aber aufgrund der von Menhir selbst gewählten musikalischen Sparte „Pagan Metal“ jetzt ein Black Metal Album mit heidnischen Texten erwartet, liegt falsch. Augenscheinlich prägen nämlich keine kalten, verhassten und primitiven Gitarrenriffs das Geschehen, sondern überwiegend traditionelle Heavy/Power Metal Strukturen, welche fast durchgehend von ungemein gekonnt eingesetzten Keyboards begleitet werden. Dessen sollte sich auch jeder bewusst sein, der mal ein Ohr an „Ziuwari“ riskieren will, denn das Tasteninstrument ist fast fortwährend im Einsatz, vorwiegend in Form eines angenehmen, verträumten, fast schon romatischen Klangteppichs. Die grösste Stärke Menhirs liegt aber in der göttlichen Gabe der vier Mannen und des Mädels, absolut fantastische Melodien aus dem Ärmel zu zaubern, selten habe ich so eine Fülle an faszinierenden Klangfolgen vernommen, wie auf diesem Album hier. Bei meinem absolutes Lieblingsstück „Das verborgene Reich“, dem Opener „Wotans Runenlied“ oder auch bei „Die letzte Schlacht“ heisst es zurücklehnen, die Augen schliessen und in den Genuss der Alten Tage verfallen. Diesen und den alten Göttern wird auf „Ziuwari“ nämlich gefrönt, aber auch hier heben sich Menhir aus der Masse heraus. Black Metal typisches Gekrächze oder Geschrei ist hier nämlich nicht genre-üblich dominant im Liedgut der Thüringer verwoben, sondern wechselt sich immer passend mit klarem, teils fast schon pathetischem Gesang ab. Im traumhaften Song „Das verborgene Reich“ lässt man die Lyrics sogar nur mit cleanen Gesang vortragen, was angesichts des beachtlichen Ergebnisses unbestreitbar die richtige Entscheidung war. Eine durch und durch passende Produktion rundet den gesamt sehr guten Eindruck weiterhin ab. Lediglich die letzten zwei Stücke sind nicht von gleich hoher Qualität, wie das gesamte restliche Songmaterial, obgleich sie keineswegs Ausfälle bilden, nett anzuhören sind auch sie allemal. Ich würde auf jedem Fall allen, die sich nach süsslich verträumten und packenden Melodien sehnen und anspruchsvollem, cleanem Gesang zugetan sind, raten, beim nächsten Plattenstöbern diese Scheibe keinesfalls auszulassen. (METAL.DE 8 / 10)


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