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Dream Theater - When Dream And Day Unite



Release Info: 1989 - Mechanic - Full Length
Band Info: USA - 1986 - Progressive Metal
Bewertung: 6


Songs:

1. A Fortune In Lies
2. Status Seeker
3. The Ytse Jam
4. The Killing Hand
5. Light Fuse And Get Away
6. Afterlife
7. The Ones Who Help To Set The Sun
8. Only A Matter Of Time

Stellt euch vor, Yngwie und Rising Force-Keyboarder Jens Johansson gründen zusammen mit den Rush-Recken Geddy Lee und Neil Peart 'ne Band. Bei einigen Nummern wirkt Geoff Täte als Gastsänger mit. Selbst dieses Projekt könnte wahrscheinlich nicht so gut sein wie das Debüt von DREAM THEATER, einer Band, die auch nur halbwegs aufmerksamen RH-Lesern unter dem Namen Majesty ein Begriff sein sollte. Schließlich haben wir das Quintett in der letzten Ausgabe auf anderthalb Seiten abgefeiert, das Advance-Tape dieses Albums so gut wie geschlossen in unsere Playlists genommen und bestimmt die letzten zwei Monate (fast) nichts anderes mehr gehört. Unglücklicherweise mußten sich die Herren Petrucci, Myung, Dominici, Moore und Portnoy noch kurz vor dem Release ihres Superdebüts umbenennen, da irgendwelche Penner aus Las Vegas ohne Plattenvertrag sich bereits den Namen Majesty haben rechtlich schützen lassen. Sehr schade, denn hier paßte der Name der Gruppe wie die berühmte Faust aufs Auge. Es kommt schließlich selten vor, daß sich fünf Supermusiker zusammenfinden, die dann auch noch in der Lage sind, eine homogene Band zu bilden. Bei DREAM THEATER stehen nicht ein Soloartist, sondern alle Musiker im Vordergrund. Bei den acht (größtenteils überlangen) Stücken toben sich die Jungs gut aus und zeigen mal, was sie auf den Musikschulen so alles gelernt haben. Absolut faszinierend ist zum Beispiel das Spiel von Drummer Mike Portnoy, der wirklich fast alles vom Leder zieht, was ein moderner Schlagzeuger können muß. Das gleiche gilt für Keyboarder Kevin Moore, der sich geile Duelle mit Ausnahmegitarrist John Petrucci liefert und den Sound des Quintetts alles andere als "verweichlicht" - im Gegenteil. Bassist John Myung tritt auch immer wieder aus dem Schatten seiner Mitmusiker heraus, und Sänger Charlie Dominici kann man nun wirklich nicht überhören, diese klare Stimme, irgendwo zwischen Geddy Lee und Geoff Tate, ist einfach klasse und läßt den alten Frontmann Chris Collins komplett vergessen. Wer jetzt glaubt, daß "When Dream And Day Unite" ein Sammelsurium an Soloeinlagen ist...falsch! Zwar sollte man sich die Platte schon ein bißchen öfter anhören, da DREAM THEATER unzählige Breaks, Tempiwechsel (hier und da sogar etwas Doublebass) und komplizierte Harmonien aneinanderreihen, aber es sind echte Songs, die da aus den Boxen tönen. Songs, die ungeheure Spannungsmomente enthalten und einen noch wirklich bis zur letzten Sekunde mitreißen. Ausgesprochen gelungen sind z.B. die beiden eingängigen Stücke 'Status Seeker' (Single-Auskopplung) und 'Afterlife', deren starke Melodien sofort ins Ohr gehen. Die übrigen Songs wachsen nach mehrmaligem Hören zu Giganten, ob nun die Instrumentalnummer 'The Ytse Jam', der Opener 'A Fortune In Lies', 'The Killing Hand', 'Light Fuse And Get Away', 'The Ones Who Help To Set The Sun' oder 'Only A Matter Of Time'. Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterschwärmen und werde mit dieser Kritik eh nur wenige erreichen. DREAM THEATER spielen ihre Instrumente zwar "hart", dürften aber im herkömmlichen Sinne kaum als "heavy" gelten. Insofern also für alle Thrasher völlig uninteressant. Auch wer HM nur hört, weil man dabei so schön headbangen kann, sollte lieber 20 Mark in die neue U.D.O. investieren. DREAM THEATER sprechen qualitätsbewußte Hardrock-Fans an, also diejenigen, für die Gruppen wie Fates Warning, Watchtower und Rush das absolut Größte und ausgeklügeltes Songwriting bzw. wahnsinnige musikalische Fähigkeiten noch eine Form der Kunst sind. "When Dream And Day Unite" wird eines Tages mal den Status eines Kultalbums haben, und DREAM THEATER werden den Platz von Rush einnehmen, wenn Lee & Co. eines Tages die Gicht in die Knochen kriecht. Hier ist ausnahmsweise die Höchstnote gefragt. (ROCK HARD 10 / 10)

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