1. Megalodon
2001 ist ohne Zweifel das beste Metal-Jahr seit langem. Nach den famosen Scheiben von Rival, Destiny´s End, Into Eternity, Falconer, Steel Prophet, Stabbing Westward, Shadow Gallery, Iced Earth, Tool, Zero Hour, Jacobs Dream und Jag Panzer rumpelt sich nun also auch endlich das lange angekündigte und seit Ewigkeiten herbeigesehnte neue MANILLA ROAD-Werk in die gut sortierten Läden.
Auf „Atlantis Rising" machen Mark Shelton und seine tapferen Krieger alles richtig. Sie versuchen gar nicht erst, modern zu klingen, sondern orientieren sich an ihrer eigenen Vergangenheit, wobei die neue Scheibe prima als Nachfolger von „The Deluge" durchgehen könnte. Was allerdings noch stärker zum Tragen kommt als früher, sind die enormen Siebziger-Psychedelic-Einflüsse, die wahrscheinlich von Marks großer Liebe zu Hawkwind herrühren. Ellenlange Instrumentalpassagen wechseln sich mit hammerharten Epic Metal-Teilen und ruhigen, melancholischen Momenten ab, und der sehr sperrige Opener ´Megalodon´ dürfte sogar Celtic Frost-Fans gefallen.
Dazu kommt, dass die Lyrics der Konzeptscheibe trotz typischem „Metal-Vokabular" wesentlich tiefgründiger und philosophischer gehalten sind, als man es von den meisten anderen Combos gewohnt ist. Der studierte Anthropologe Mark Shelton hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Produktion ist räudig, aber perfekt auf den MR-Sound abgestimmt, und mit dem nur noch genialen ´Resurrection´ hat man den bisher besten Song des Jahres abgeliefert.
„Atlantis Rising" bietet einmal mehr progressive Musik im wahrsten Sinne des Wortes, hat es dabei aber zu keiner Sekunde nötig, das Metal-Territorium zu verlassen. Und das ist die größte Kunst. Ein Album, vor dem ich mich ehrfürchtig verneige. Eine Band, die nach wie vor einzigartig ist. (ROCK HARD 9,5 / 10)


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