1. Expect No Mercy
2. Gone Dead Train
3. Shot Me Down
4. Revenge Is Sweet
5. Gimme What's Mine
6. Kentucky Fried Blues
7. New York Broken Toy
8. Busted
9. Place In Your Heart
10. All The King's Horses
Nach ihrem Erfolg mit "Hair of the Dog", das mir vor allem wegen seine Härte sehr gut gefallen hat, bewegten sich NAZARETH mit den beiden Nachfolgern eher in seichteren Gefilden.
Der erhoffte Erfolg stellte sich nicht ein, sowohl "Close enough for Rock'n'Roll", als auch "Play'n'the Game" floppten und fielen beim Publikum gnadenlos durch.
Mit "Expect no Mercy" schipperten die Schotten wieder in härtere und rockigere Gefilde, die Songs sind sehr viel rüder und roher als auf den Vorgängern. "Expect no mercy" ist eigentlich der stilistische Nachfolger von "Hair of the Dog", ein Album das wieder mehr in die Richtung der bald aufkommenden NWoBHM tendiert.
Viel Rock, ein wenig Blues und Country, dazu jede Menge Pre-Metal, das ist das Rezept, aus dem NAZARETH "Expect no Mercy" gebraut haben, garniert wird das alles dann mit einer gehörigen Prise 70er-Jahre-Feeling.
Die Songs sind durch die Bank richtig coole Rocker, alles was den vorherigen Alben gefehlt hat, haben NAZARETH hier reingepackt - ich würde behaupten, dass sie mit "Expect no mercy" die Kurve gekratzt haben.
Die wütende und aggressive Grundstimmung der Songs, wird durch den harten Gitarrensound von MANNY CHARLTON und den rüden Gesang von DAN McCAFFERTY, erstklassig hervorgehoben. Diese Wut drücken sie auch in ihren Texten aus, es geht darin um Rache, Gewalt und Prostitution, schon alleine darin distanzierten sie sich vom Glam-Rock der 70er, dem sie manchmal, fälschlicherweise, zugeordnet wurden.
Anspieltipps sind für mich die Country-Nummer "Place in your Heart", der Titelsong "Expect no mercy", "Gone Dead Train", den fetten und wuchtigen "Kentucky Fried Blues", sowie die Ballade "Shot me down". Aus einem Album, das ohne gravierende Schwächen auskommt, haben mir diese Songs am besten gefallen. Grundsätzlich gilt aber, dass das komplette Album richtig geil ist, einen Rohrkrepierer wird man hier vergeblich suchen, zumindest was meinen Geschmack betrifft.
Mein Fazit: Mit "Expect no mercy" haben NAZARETH die Kurve gekratzt, sie orientierten sich stilistisch wieder mehr an ihrem größten Erfolg "Hair of the Dog", und ließen die beiden seichten Vorgänger hinter sich.
Mir gefällt das Album sehr gut, es ist rockig, es ist hart, es ist wütend und aggressiv - es hat irgendwie eine Seele! Vor allem die Stimme von DAN McCAFFERTY verpasst den Songs diese "Seele", er drückt ihnen seinen Stempel auf und verleiht ihnen die notwendige Tiefe. (AMAZON)
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