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Stray Dog - While You Re Down There



Release Info: 1974 - Manticore -  Full Length
Band Info: USA - 1971 - Hard Rock
Bewertung:  7          


Songs:

1. Calamity Jane
2. Bits & Pieces
3. Pieces
4. I Would
5. Words To Say Goodbye
6. Junkyard Angel
7. Very Well
8. Dreams & Junk
9. Worldwinds

Stray Dogs Debütalbum - es folgte nur eine weitere Scheibe - ist 1973 auf dem Manticore-Label von Emerson, Lake & Palmer erschienen. Wer nun von dem Trio symphonischen Prog-Rock bzw. Bombast-Rock im Stile von ELP erwartet, ist falsch gewickelt. Snuffy Walden (g, voc), Al Roberts (bg, keyb, voc) und Les Sampson (dr) bevorzugten vielmehr eine kraftvolle Mischung aus Hard- und Bluesrock, die sich damals kommerziell nicht allzu sehr auszahlte. Die 2009 erschienene, remasterte und mit sechs Bonustracks versehene Wiederauflage der Scheibe ist in der Musikpresse durchaus positiv aufgenommen worden. So hieß es in Rocks 1/2010, Stray Dogs "Vermächtnis" verdiene es, "wieder- oder neuentdeckt zu werden". Und in Good Times 6/2009 sprach der Rezensent sogar von einem "Knochenbrecher-Debüt mit Gitarrengewitter" und "Druck ohne Ende". Malcolm Dome schreibt in seinen Linernotes zum Album gar von einem "cause celebre over the years". Doch lassen wir die Kirche im Dorf. Was es zu hören gibt, sind einige recht gut abgehende, bluesinspirierte Hardrocker. Das Album enthält aber auch überambitionierte, instrumental überladene und aufgemotzte Songs wie das einleitende "Tramp (How it is)" mit Queen-Einflüssen oder die "Rocky Mountain Suite (Bad road)", ein Titel, bei dem mir irgendwie die James Gang in den Sinn kommt. Bei diesen beiden Songs hat das Trio wohl versucht, das High Tech-Equipment des ELP-Aufnahmestudios voll auszureizen. Der beste Titel des Albums ist eindeutig der furztrockene Rhythm & Blueser "Chevrolet", komponiert von Snuffy Walden in Kooperation mit Billy Gibbons von ZZTop. Der Song findet sich in der Erst-Version auf ZZTops 72er-Album "Rio Grande mud". Freilich glaube ich aus der Stray Dog-Fassung des Titels auch Free-typische Klänge herauszuhören. Kein Wunder, hat der famose Klampfer Walden doch 1972 auf Frees "Heartbreaker"-Album mitgemischt. Überhaupt sind die drei Stray Dog-Musiker Könner auf ihren Instrumenten und auch beim Gesang gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Gleichwohl können die Songideen - primär aus Snuffy Waldens Feder - damit teilweise nicht Schritt halten. Vieles klingt eher verkrampft, so, als wolle man den Erfolg erzwingen. Neben den bereits angesprochenen Songs sei hier noch das absolut langweilige Unplugged-Liedchen "A letter" genannt. Die Live-Bonustracks demonstrieren eigentlich nur, daß die Band im Konzert eine Schippe draufgelegt hat. Schade, daß der an Taste erinnernde Boogie "Dog's blues" schon nach eineinhalb Minuten ein Ende findet. Irgenwie saßen Stray Dog zwischen den Stühlen. Die ELP-Fans konnten mit den harten, bluesrockigen Tönen garnichts anfangen. Den Hardrock-Fans war die Truppe vermutlich zu bluesig, und den Bluesrock-Anhängern war der Blues-Anteil in den Songs zu gering. So mußte der große Erfolg letztlich ausbleiben. Snuffy Walden - später auch bei Eric Burdon tätig - hat schließlich als Filmmusik-Komponist auf sich aufmerksam gemacht. (AMAZON)

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