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Thin Lizzy - Thin Lizzy



Release Info: 1971 - Decca - Full Length
Band Info: Irland - 1969 - Hard Rock
Bewertung: 6


Songs:

1. The Friendly Ranger At Clontarf Castle
2. Honesty Is No Excuse
3. Diddy Levine
4. Ray-Gun
5. Look What The Wind Blew In
6. Eire
7. Return Of The Farmer's Son
8. Clifton Grange Hotel
9. Saga Of The Ageing Orphan
10. Remembering

1969 gründeten die Schulfreunde PHIL LYNOTT und BRIAN DOWNEY gemeinsam mit dem Gitarristen ERIC BELL die Band THIN LIZZY.
LYNOTT und DOWNEY spielten zuvor schon als Duo unter dem Namen ORPHANAGE, BELL war in der Coverband SHADES OF BLUE aktiv. Vielen wird jetzt sicher ein Licht aufgegangen sein, denn die Namen dieser beiden Vorgängerbands ergeben den Titel des zweiten LIZZY-Albums "Shades of a Blue Orphanage".

Soweit war es aber noch nicht, zuvor spielten die drei sich durch die Clubs in Dublin, bis 1970 dann das Label "Decca Records" auf sie aufmerksam wurde, den Dreien einen Plattenvertrag anbot und sie nach London lotste. 1971 erschien dann selbstbetitelte Debütalbum "Thin Lizzy", das allerdings nicht sonderlich erfolgreich war.

Auf "Thin Lizzy" spielen sie noch ziemlich handzahmen Rock, der von vielerlei Einflüssen geprägt ist. Irischer Folk, Blues, Rock, Prog- und Hardrock, sogar Pop, haben sie zu einem sehr eigenen Stil zusammengemixt. Ich persönlich finde das Album zwar charmant, man kann erkennen welch Potential da drin steckte, dennoch fehlt einfach ein bisschen der "Bums".

Im Großen und Ganzen plätschert das Album vor sich hin, ab und an Blitz die Klasse der Band auf, hat aber rein gar nichts mit den Alben zu tun, mit denen THIN LIZZY Kultstatus erlangt haben. Da liegen tatsächlich Welten dazwischen, was es hier zu hören gibt ist noch sehr unausgegoren und experimentell, so als ob sie noch nicht recht gewusst hätten, wohin sie eigentlich wollten.

PHIL LYNOTT war damals schon am Auffälligsten, vor allem sein charismatischer Gesang sticht hervor. Man muss ja ehrlich sein und sagen, dass er nie der beste Sänger war, aber eben einer der ausdrucksstärksten, einer der einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auch sein Bassspiel finde ich sehr interessant, er ist da sehr offensiv, der hatte schon was drauf.
Ansonsten muss man auch Gitarrist ERIC BELL noch hervorheben, er hat einen sehr "warmen" Stil, sehr filigran, das ist schon ein Guter. Schlagzeuger BRIAN DOWNEY geht hier ein wenig unter, er hält sich viel zu sehr zurück, wenn er dann aber mal drauflostrommelt, so wie beispielsweise bei "Remembering Part 1 & 2", dann kann man schon erkennen, dass der ebenfalls was drauf hat.

Man kann also resümieren, dass die Musiker klasse sind, das Potential ansatzweise zu erkennen ist, aber THIN LIZZY damals noch ein wenig die Orientierung fehlte. Dieses Debütalbum ist tatsächlich nur was für "eingefleischte" Fans, es ist ein authentisches Rock-Dokument aus den frühen 70ern, aber wer THIN LIZZY erst viel später kennengelernt hat, der dürfte hier etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. ;-)

Anspieltipps wären "Things Ain't Working Out Down at the Farm" und "Remebering Part 1 & 2". Ich finde sie hier schon am Stärksten, wenn sie ihre Folk und Blues-Wurzeln in den Vordergrund rücken, da machen sie mir am meisten Spaß. Wie warm und angenehm die Stimme von PHIL LYNOTT klingen konnte, kann man sehr schön bei "Honesty is no Excuse" oder "Saga of the Ageing Orphan" hören.

Mein Fazit: Das Debütalbum von THIN LIZZY lässt noch nicht erkennen, zu was diese Band noch in der Lage war. Die Songs sind experimentell, noch unausgegoren und die Band selber noch orientierungslos. Sie vermischen verschiedenste Einflüsse zu einem sehr eigen Stil, den sie in den folgenden Jahren noch verfeinern sollten.





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