2002 war es auch bei Toto so weit. Mit "Through the looking glass" brachte die Combo ihr erstes Coveralbum auf den Markt. Wie die Jungs ihr Werk sehen, erläutern sie im Booklet der Scheibe. "This is a rendering of masterpieces that could not have been perfected, only interpreted and passed down to the next runner (may he never drop the baton). This is a musical mirror of our true reflections." Bobby Kimball (voc), David Paich (keyb.), Steve Lukather (g), Mike Porcaro (bg) und Simon Phillips (dr; loops) verstehen sich also als eine Art Staffelläufer, die den Staffelstab 'Fremdtitel' an den nächsten Interpreten weiter geben. Dass den Toto-Musikern bei ihren instrumenalen Fähigkeiten das Covern leicht fällt, dürfte nicht überraschen. Die technischen Fähigkeiten sind jedoch nur das eine. Feeling und das besondere Etwas sollte bei einer solchen Übung dazu kommen. Der Fünfer hat sich diesen Herausforderungen auf den elf Nummern mit kleineren Abstrichen mehr als gewachsen gezeigt. Zu den weniger gelungenen Titeln zählt George Harrison's arg aufgedonnertes "While my guitar gently weeps". Daran kann auch Lukather's bestechende Gitarrenarbeit nichts ändern. Stevie Wonder's "Living for the city" kommt durch Steve Porcaro's recht dominante Synthesizer- und Sound EFX-Beiträge allzu elektronisch rüber. Der Bob Dylan-Blues "It takes a lot to laugh, it takes a train to cry" gestaltet sich als ziemlich zähe Angelegenheit. Solide, freilich unspektakulär wird Elvis Costello's "Watching the detectives" dargeboten. Dass aus dem gefühlt tausendfach gecoverten "House of the rising sun" nicht mehr viel herausgeholt werden kann, versteht sich von selbst. Auf den restlichen sechs Songs brillieren die Amerikaner dann aber. Da ist zunächst Bob Marley's "Could you be loved" in einer gleichermaßen kraftvollen wie charmanten Fassung. Dass der Steely Dan-Sound Toto reinläuft, verwundert nicht. Das (blues)rockige und mit Boogie-Parts ausgestattete "Bodhisattva" wird dann auch regelrecht abgefeiert. Gleiches gilt für den Temptations-Song "I can't get next to you". Soulpower inklusive Bläsern quillt da aus den Lautsprechern mit einem phantastisch auftrumpfenden Bobby Kimball am Gesangsmikrophon. Herbie Hancock's "Maiden voyage/butterfly" wird fusion-mäßig aufgemöbelt. "Burn down the mission" von Elton John kriegt gleichfalls einen besonderen Kick verpasst. Und selbst der guten alten Cream-Nummer "Sunshine of your love" weiß die Band neues Leben einzuhauchen. Toto zeigen mit "Through the looking glass", dass sie sich sehr kompetent Fremdtitel anzueignen wissen. Klar, nicht alle Tracks sind gleich gut gelungen. Aber eine "viel zu bieder(e) und blutarm(e)" Umsetzung der Vorlagen zu beklagen, wird dem Album nicht gerecht. ! (AMAZON)
Toto - Through The Looking Glass
1. Could You Be Loved
2. Bodhisattva
3. While My Guitar Gently Weeps
4. I Can't Get Next To You
5. Living For The City
6. Maiden Voyage / Butterfly
7. Burn Down The Mission
8. Sunshine Of Your Love
9. House Of The Rising Sun
10. Watching The Detectives
11. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry
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