1. Holy Ground
Das Release der ersten Single „Unspoken“ datiert aus dem April 2020 und präsentierte der staunenden Öffentlichkeit das neue Line-Up, dessen Zugpferd Glenn Hughes auch sogleich und nicht zu Unrecht als die neue treibende, kreative Kraft hinter diesem ersten Ausrufezeichen vermutet wurde. Spätestens mit der zweiten Singleauskopplung „Holy Ground (Shake The Memory)“ konnten THE DEAD DAISIES unter Beweis stellen, dass die neue Scheibe von deutlich anderem Kaliber sein würde als alle Vorgänger. Deutlich wahrnehmbar ist die unverkennbare Handschrift des Tausendsassas Glenn Hughes, die „Holy Ground“ auf ein bisher nicht erreichtes Level im DAISIES Kosmos hebt. Auf „Like No Other (Bassline)“ glänzt der Altmeister sogar mit einem Bass Solo, das den Song und dessen treibendes Gitarren Riff im Mittelpart perfekt auf eine komplett andere Schiene stellt, zudem gibt es einen erneut hitverdächtigen Chorus. Perfekter Stoff. „Come Alive“ im Anschluss und das hämmernde „Bustle And Flow“ leiten über zu „My Fate“, dessen treibender Groove genial und unwiderstehlich ist. Zudem hat der Zahn der Zeit dem grandiosen Gesang Glenn Hughes´ nichts anhaben können und während einige Zeitgenossen des immerhin schon 70-Jährigen nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, klingt seine Stimme immer noch frisch und voluminös, dass es eine Pracht ist.
Mit „30 Days In The Hole“ gibt es sogar ein HUMBLE PIE Cover, das ganz und gar nicht angestaubt wirkt, sondern dem Song beherzt die Patina poliert und ihn in neuem Glanz erstrahlen lässt. „Righteous Days“ und „Far Away“ beenden ein mustergültiges Hard Rock Album, das den Lichtgestalten des Genres auch während ihrer Sturm und Drang Phase nicht hätte stärker gelingen können.
FAZIT: Mustergültiger, zeitloser Hard Rock im Stil der guten, alten Zeit, so könnte man „Holy Ground“ der DEAD DAISIES in Kurzform beschreiben. Bleibt zu hoffen, dass die Besetzungscouch mit diesem Line-Up endgültig auf dem Sperrmüll der Bandgeschichte entsorgt werden kann, denn stärker als auf „Holy Ground“ hat man die Band bisher nicht gehört. (MUSIK REVIEWS 14 / 15)
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