1. The Holy Water
Wie es die Kapitelangabe Chapter 4 bereits vermuten lässt, ist dies bereits der vierte Langspieler der italienischen Power Metal-Band Kaledon. Es begann schon im Jahre 2001 mit Chapter 1 – dem Beginn der Legend Of The Forgotten Reign-Sage, einem episch angelegten Albenkonzept. Besonders interessant ist, dass die Band diesem bis heute treu geblieben ist – und die Alben entsprechend nummeriert. So entsteht ein zusätzlich „epischer“ Eindruck, da das gesamte musikalische Schaffen als Gesamtwerk einzustufen ist. Sicher, dass ist im Grunde bei allen Bands so – doch hier bedient man sich einer zusätzlichen, eigentlich eher ungewöhnlichen Komponente, die es noch offensichtlicher macht. Steigen wir also ein in die Welt von Kaledon – und diese ist, zu meiner Freude und teilweise auch Überraschung; sehr sehr majestätisch. Warum ? Nun, mindestens drei Aspekte weisen darauf hin. Zum einen ist es das grundsätzliche Albenkonzept selbst, mit allem was dazu gehört (Artwork, Songtexte, Einflüsse aus Historie, Fantasy und anderen Themen). Dann wäre da noch die Ausführung, das heisst die Spielart und die qualitative Leistung die alle Beteiligten erbringen – das Ganze klingt sehr rund abgemischt und versiert gespielt. Und als letztes hat man dann noch die Gesamtwirkung, welche entsprechend zeitlos, bewegend und episch daherkommt. Wie bei einer spannend erzählten Sage eben.
So macht bereits der Opener The Holy Water klar, dass Kaledon nicht einfach nur Nachahmer von anderen italienischen Power Metal Bands a’la Rhapsody Of Fire sein wollen – sondern ganz eigene, unvergleiche Kompositionen kreieren. Der Titel ist ein Power Metal-Brecher allererste Güteklasse, jedoch klingt er glücklicherweise nicht allzu „cheesy“ wie die Werke von anderen italienischen Bands – sondern offenbart ein gewisses Maß an Düsterheit und ansprechender Lyrik. Das Tempo ist mitreißend, der Refrain sowieso; und das Ganze klingt mit einem kurzen Intropart, der wunderbaren Stimme des Leadsängers und dem Chor-refrain sehr abwechslungsreich. Auch langsamere, andächtigere Titel wie das folgende Hell On Earth wirken gelungen – das Ganze klingt höchst mystisch.
Etwas schade ist, dass das gesamte Album von Kaledon zwar recht bedeutungsschwanger daherkommt, keiner der Titel aber wirklich einen „Ausbruch“ aus der etwas tristen Stimmungsmache markiert. Da muss man sich schon mit den wenigen „uplifting“ Refrains begnügen, der Rest fällt kontinuierlich bedrückend und einstweilen sogar „traurig“ aus – siehe beispielsweise die Ballade Goodbye My Friend. Sicher, es soll auf diesem Album zugehen wie es der Titel bereits impliziert – ein wenig düster, ein wenig apokalyptisch. Aber ein kleiner Aufmunterer zwischendurch, das wäre es doch gewesen… denn in jeder noch so düsteren Ära gibt es so etwas wie einen Hoffnungsschimmer – sicher auch im Kaldeon-Geschichtsuniversum. Schlussendlich, das bisher beste Album der Kaledon-Saga. Aber für eine charttechnische Platzierung neben dem Großteil der Alben von Rhapsody Of Fire (siehe hier) reicht es dann aber doch (noch !) nicht… doch die Tendenz ist klar ersichtlich. (OLIVERDSW)


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