1. Midnight
Nur Banausen können der Meinung sein, dass alle KING DIAMOND-Platten gleich klingen. Zugegeben: Mit den drei Mitt- und Endneunziger-Scheiben „The Spider´s Lullaby", „The Graveyard" und vor allem „Voodoo" hatte sich beim König etwas die Regierungsroutine eingeschlichen. Aber bereits der unterbewertete 2000er Output „House Of God" zeigte den kettenrauchenden Dänen wieder in Bestform, und „Abigail II: The Revenge" (2002) hatte zwar nicht ganz die Jahrhundert-Güte des ersten Teils, rappelte aber immer noch als sehr gutes Album im Karton.
„The Puppet Master" (eingespielt mit den alten Bekannten Andy La Rocque, Mike Wead, Hal Patino und Matt Thompson) ist nun sogar die beste KING DIAMOND-Scheibe seit „The Eye", wenn nicht sogar seit „Conspiracy" - was auch an der ähnlichen Ausrichtung liegt. Zwar gibt sich auch der „Puppenmeister" (eine schaurig-schöne Konzeptstory ist natürlich wieder Ehrensache) gewohnt progressiv und mit vielen interessanten Zwischenspielen angereichert; was bei der knappen Stunde aber besonders groß geschrieben wird, ist das Zauberwörtchen Melodie.
Der Titelsong, das hitverdächtige ´Blue Eyes´, das superbe ´The Ritual´ oder das nicht minder überzeugende ´Blood To Walk´ sind lupenreine Ohrwürmer, die nach zweimaliger Einfuhr mindestens so süchtig machen wie die mit diabolischen Female Vocals angereicherten ´Emerencia´, ´Darkness´ und ´So Sad´ (großartig!). Dazu kommt mit ´Magic´ einer der besten King-Songs ever, und das mit Teilen des Weihnachtslieds ´Little Drummer Boy´ angereicherte ´Christmas´ geht als des Königs zweites Statement zum Fest nach dem Klassiker ´No Presents For Christmas´ durch. Und da auch die Produktion saftig wie ein dicker Kochschinken durch die Speaker brezelt, gibt´s für „The Puppet Master" neun fette Prince Denmark. Lang lebe der König! (ROCK HARD 9 / 10)


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