1. Lousiana Darkness
Länger als gewohnt hat es gedauert, bis ich mich mit dem neuesten KING DIAMOND-Longplayer "Voodoo" (einem weiteren Konzeptalbum) anfreunden konnte. Zwar hat der King mit seiner Mannschaft auch diesmal sämtliche Sound-Trademarks berücksichtigt, aber vieles klingt sperriger und weniger eingängig als zu glorreichen "Abigail"/"Them"/"Conspiracy"-Zeiten. Woran das liegt? Vermutlich an der Tatsache, daß die Doppelbelastung King Diamond/Mercyful Fate auf Dauer die Kreativität des Kings (der ja in beiden Fällen als Hauptsongwriter fungiert) hemmt. Bevor das Ganze hier zu negativ klingt, sei gesagt, daß "Voodoo" durchaus Erstklassiges zu bieten hat: Der Opener 'Louisiana Darkness' und das folgende 'LOA House' beispielsweise sind Nackenbrecher erster Güte, die mit Killermelodien, packenden Gitarren, vertrackten Rhythmen und der üblichen Gesangsakrobatik begeistern. 'One Down, Two To Go' geht mit seinen stampfenden Drums sofort in die Knochen, und auch 'Life After Death' (bei dem King Diamond seinen Helden, den alten Uriah Heep, mit ungewöhnlichem Keyboard-Einsatz und entsprechenden Gitarrenmelodien nacheifert) ist gelungen. 'Voodoo' dagegen ist zwar originell konzipiert (Tribal-Drums, ungewöhnlicher Aufbau), funktioniert aber nicht so richtig und hat keine Ohrwurmqualitäten. Daß es die Scheibe nicht auf unsere Dynamit-Seiten geschafft hat, zeigt ja bereits, daß meine Kollegen ähnlich denken: "Voodoo" ist zwar ein gutes, aber kein herausragendes Album und entspricht leider nicht dem üblichen KING DIAMOND-Standard. (ROCK HARD 7,5 / 10)


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