1. Angel Of Death
2. Renegade
3. The Pressure Will Blow
4. Leave This Town
5. Hollywood (Down On Your Luck)
6. No One Told Him
7. Fats
8. Mexican Blood
9. It's Getting Dangerous
Als SNOWY WHITE bei THIN LIZZY eingestiegen war, wurde dem Blues wieder sehr viel mehr Raum eingeräumt, was man an Songs wie "Leave this Town" oder "Fats" festmachen kann.
Aber auch die aufkommende NWoBHM haben PHIL LYNOTT und seine Mannen nicht ignoriert, auf "Renegade" sind mit dem Titelsong und "Hollywood" Nummern dabei, die schon sehr deutlich in diese Richtung tendieren. Aber auch Pop- und Jazz-Elemente lassen sich erkennen, Fakt ist, dass "Renegade" ein sehr vielschichtiges Album ist.
Keyboarder DARREN WHARTON wurde bei diesem Album erstmals als festes Bandmitglied geführt, er gibt den Songs eine sehr moderne, manchmal fast popige Note. Das fällt gleich beim Opener "Angel of Death" auf, vielleicht war das 1981 noch ein bisschen zu früh, diese "sphärischen" Klänge waren nicht jedermanns Sache.
THIN LIZZY waren also immer auch auf der Höhe der Zeit, doch wenngleich es musikalisch eigentlich ganz gut bei ihnen lief, nahmen die Probleme innerhalb der Band immer weiter zu. GARY MOORE hatte ja schon 1979 fluchtartig die Band verlassen, auch SNOWY WHITE war mehr als unzufrieden. In einem Interview sagte er einmal, dass die ersten sechs Monate bei THIN LIZZY wirklich Spaß gemacht hätten, aber mit der Zeit wurde ihm sehr deutlich klar, wo und wie das alles enden würde. Vor allem bei SCOTT GORHAM und PHIL LYNOTT waren schwer drogenabhängig, ein Wunder, dass außer PHIL LYNOTT alle diese Zeit überlebt haben. Im Anschluss an die "Renegade"-Tour 1982 verließ er die Band dann und wurde durch JOHN SYKES von den TYGERS OF PAN TANG ersetzt.
"Renegade" ist ein ziemlich schwieriges Album für mich, auf der einen Seite sind Songs wie "No one told him", "Renegade" oder "Hollywood" die ich grandios finde, auf der anderen dann wiederum welche wie "The Pressure will blow" oder "Mexican Blood" die mir einfach nicht gefallen. Ich weiß nicht ob es an den Drogen oder an den Differenzen innerhalb der Band lag, aber irgendwie kommt dieses Album nicht so richtig aus den Puschen.
Es sind definitiv nicht die verschiedenen Stile, die THIN LIZZY hier in ihre Musik einfließen ließen, das war man von ihnen schon bekannt, es war eher die Qualität. Die Songs erreichten nur selten das Niveau früherer Alben, auch die Produktion ist irgendwie zu "brav". Tendenziell sind sie schon "hart", aber es fehlen irgendwie Ecken und Kanten, zumindest für mein Dafürhalten.
Anspieltipps wären der Titelsong "Renegade", "Hollywood" und "No one told him", die mir am besten gefallen haben. Das sind wirklich klasse Nummern, leider können nicht alle Songs dieses Niveau halten, auf "Renegade" ist mir ein bisschen zu viel Leerlauf.
Mein Fazit: THN LIZZY geben sich auf diesem Album wieder sehr experimentell und vielschichtig, sie vermischen Hardrock mit verschiedensten Einflüssen, was nicht immer jedermanns Sache ist. SNOWY WHITE sorge für die Bues-Note, DARREN WHARTON für Pop-Elemente und der NWoBHM wollten vermutlich alle reiten. Ich finde das Album durchwachsen, Licht und Schatten halten sich die Waage, für mich leider etwas enttäuschend! (AMAZON)
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