1. Today
Acht Jahre lang war ständig die Rede von einer Reunion der HOUSE OF LORDS, wobei bandinterne Streitigkeiten immer wieder zum Abbruch des gemeinsamen Comebackversuchs führten. Inzwischen hat die legendäre US-Band ihr Vorhaben aber doch noch erfolgreich abschließen können - wenn auch ohne ihren früheren Ideengeber Gregg Giuffria (keys), der nicht mehr mitwirkt. Obwohl "The Power And The Myth" nicht am Stück entstand und sämtliches innerhalb der letzten Jahre angesammeltes Songmaterial enthält, wirkt das Album überraschend homogen. Aber auch ungewohnt sperrig, denn Stolperfallen gibt es viele: orientalische Klangelemente etwa. Oder ungewöhnlich vielschichtige Arrangements, mit denen die Songs beinahe schon auf Prog-Rock-Terrain vorrücken. Und vor allem auch die kantigen Melodielinien von James Christian, der den Melodieaufbau ähnlich düster angeht wie Kip Winger auf seinen Soloscheiben und an dessen Stimmvolumen der Zahn der Zeit unüberhörbar genagt hat. Selten wählen die Stücke den direkten Weg ins Ohr - und genau das unterscheidet "The Power And The Myth" von den ersten drei Göttergaben dieser Hardrock-Institution. Ein anspruchsvolles und eigenwilliges Album, dessen Songwriting nicht zuletzt aufgrund des tief unter die Haut gehenden ´The Man Who I Am´ das Prädikat "gut" verdient - aber die wirklich großen Melodien fehlen (ROCK HARD 7,5 / 10)
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