Release Info: 1987 - Gama - Full Length
Band Info: Deutschland - 1979 - Heavy Metal
1. Call Of The Wicked
2. The Beauty And The Beast
3. Just For One Night
4. Emerald Eye
5. Tears By The Firelight
6. Tigers Of The Sea
7. Russia's On Fire
8. Cheyenne (Where The Eagles Retreat)
9. Welcome To Bedlam
Mit "The Beauty and the Beast" veröffentlichten die schwäbischen "Sturmhexen" ihren vierten Longplayer innerhalb von vier Jahren.
Schon beim Vorgänger war eine Veränderung hörbar, ihre Songs klangen sehr viel filigraner und zeitgemäßer. Diese Entwicklung setzten sie mit diesem Album fort, da wurde hörbar an den Ecken und Kanten geschliffen.
Ob es deswegen das kommerziell erfolgreichste Album der Band wurde weiß ich nicht, es ist in jedem Fall sehr viel gemäßigter als seine drei Vorgänger. Die "gesunde Grundhärte" der früheren Alben ist auch hier ab und an noch hörbar, wenngleich das Räudige und Dreckige, das vor allem die ersten beiden Alben ausgezeichnet hat, kaum noch vorhanden ist.
Der Titelsong "The Beauty and the Beast" ist beispielsweise ein sehr moderner Song, der hat schon fast was Radiotaugliches an sich. Das war in jedem Fall zeitgemäß, auch die weiblichen Backgroundsängerinnen sind für Ende der 80er nicht ungewöhnlich gewesen. Viele nannten den Song damals einen "Pop-Song" .... solche Vögel gab es also auch schon in den 80ern. ;-)
"Tears be the Firelight" ist eine mittelalterliche Ballade, das ANDY MÜCK im Duett mit einer jungen Dame singt. Für STORMWITCH-Fans war diese Nummer schon extrem gewöhnungsbedürftig, auch mir gefällt die Nummer bis heute nicht so wirklich.
Mit diesem Album wurde auch das Keyboard bei STORMWITCH eingeführt, so wie beispielsweise bei "Russia's on Fire" und dem Titelsong "Beauty and the Beast", das ist dann doch sehr gewöhnungsbedürftig.
Mit RUNNING WILD hat damals die Piraterie Einzug in den Metal genommen, mit "Tigers of the Sea" haben sich STORMWITCH dieser Thematik angenommen. Die Nummer ist mitreißend, sehr melodisch und der hymnische Refrain lässt sich gut mitsingen. Allerdings hätte der Nummer ein bisschen mehr Härte gut zu Gesicht gestanden, da hätte ruhig etwas mehr "Bums" drin sein dürfen.
Klar, die Songs sind moderner und "geschliffener", aber das feine Gespür für eingängige Melodien und schöne Refrains haben STORMWITCH nicht verloren. Die brutalen und aggressiven Gitarren wurden an die Leine genommen, man wollte mit dem vierten Album unbedingt den Durchbruch schaffen und ein breiteres Publikum ansprechen, ebenso auch den musikalischen Zeitgeist treffen.
Das haben sie getan, aber für den großen Durchbruch hat es halt letztendlich nicht gereicht, was eigentlich schade ist.
Meine Anspieltipps wären das bereits erwähnte "Tigers of the Sea", "Just for one Night", "Welcome to Bedlam" und "Call of the Wicked"". Alles in allem sind die Songs ganz gut geworden, ein paar gefallen mir nicht so, da fehlt mir einfach eine Schippe Dreck, das ist mir manchmal einfach zu glattgebügelt.
Mein Fazit: Für meinen Geschmack ist das kommerziell erfolgreichste Album von STORMWITCH, gleichzeitig auch das schwächste. Mir ist es an manchen Stellen einfach zu glattgebügelt und zu modern, ich steh mehr auf die rustikalen Sachen der Band.
Trotzdem ist es nicht schlecht, eben anders als seine drei Vorgänger, für 1987 ist es eigentlich sehr typisch, denn da wurden Keyboards im Metal hoffähig. Ich habe zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, mich dann für 4 entschieden, weil das Album im Gesamten doch mehr als durchschnittlich ist. (AMAZON)


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