Mit ihrem nunmehr vierten Album haben sich die "Bassistenlieferanten" (Basser Nr.1, Jason Newsted, sorgt ja bekanntlich seit einigen Jahren für die tiefen Töne bei Metallica, Nr. 3, Troy Gregory, wechselte ebenfalls den Arbeitgeber und bangt nun für Prong) endlich einen Platz in der ersten Liga erspielt, den sie von Rechts wegen schon viel früher verdient hätten, obwohl mit ihrem letzten Album "When The Storm Comes Down" einiges im Argen lag. Der Grund war nicht unbedingt nur das Songmaterial, sondern vor allem der katastrophale Drumsound, den der damalige Producer Alex Perialas ihnen verpaßt hatte - ein unverzeihlicher Fehler, wie die Verkäufe des Albums bewiesen. Um die gleichen Fehler nicht noch mal zu begehen, ließ man sich diesmal sehr viel Zeit mit dem Einspielen des Nachfolgers (zweieinhalb Jahre sind schon wieder ins Land gezogen) und verpflichtete mit Neil Kernon einen Mann für die Regler, der zumeist mit seinen eher Mainstream-lastigen Arbeiten (u.a. Michael Bolton) bekannt geworden ist (eine Ausnahme war Queensryches "Rage For Order"-Opus). Nun aber hat er bei den "Flotts" ganze Arbeit geleistet, ohne auch nur im geringsten ihren Stil einzuschränken. Was er getan hat, ist, die Band in bezug auf ihre Melodieführung zu beeinflussen. So gibt es diesmal haufenweise gute Refrains, Strophen und Bridges, die von Sänger Eric A.K. großartig intoniert werden. Er ist es auch, der auf dem Album am meisten überrascht, denn er singt inzwischen wesentlich abwechslungsreicher und dynamischer. Aber auch die Riffs sind diesmal beeindruckender und ausgefeilter als zuvor. Die neu zusammengestellte Rhythmussektion (Drummer Kelly Smith ist weiterhin mit von der Partie, neuer und vierter Mann am Baß ist Jason Ward) groovt ohne Ende und bietet den Gitarristen Ed Carlson und Mike Gilbert einen optimalen Nährboden für ihre großartigen Riffattacken. Aber keine Angst, ihr Faible für die Geschwindigkeit ist den fünf Jungs bei all den Veränderungen nicht abhanden gekommen, und so bewegt sich die Hälfte der insgesamt zwölf Tracks auf hohen Umdrehungen, während der Rest des Materials teils heavy, teils bedrohlich düster rüberkommt. Einen Anspieltip kann ich aber beim besten Willen nicht geben, denn nicht einer der zwölf Titel zeigt Schwächen auf, weshalb zehn Punkte mehr als verdient sind. Eine Scheibe, die die neue Megadeth und das letzte Metallica-Album klar in den Schatten stellt. (ROCK HARD 10 / 10)
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