1. Iron Will
Besonders bemerkenswert ist allerdings das kleine Intermezzo, welches „Iron Will“ mittendrin kurzzeitig in eine relaxt bluesige Lounge-Nummer verwandelt. Was auf dem Papier eigentlich nicht funktionieren sollte, fügt sich wunderbar in den Rest des Songs ein und auch im weiteren Verlauf des Albums bauen BLACKSWORD immer wieder solche Farbtupfer ein. „Cave of the Witch“ etwa lässt zwischen einem SLAYER-Eröffnungsriff und hartem Power Metal durchaus auch mal eine leichte Glam-Affinität durchblitzen.
Beim ansonsten recht gradlinigen „Barbarian Born“ protzen die beiden Gitarristen Denis Grebenkin und Artem Omelenchuk sowie Bassist Ivan Viking zwischenzeitlich mit enormer Fingerfertigkeit und gegen Ende wird sogar die gute alte Hammond-Orgel ausgepackt. Und überhaupt, dieser Bass! Nicht nur kann der gute Herr Viking mit den Besten zupfen, wie man es etwa beim galoppierenden „The Last Viking“ hört. Er sorgt mit Drummer Stanislav Volkov auch für ein gewaltig pumpendes Fundament und trägt so nicht unwesentlich zum Härtegrad des Albums bei. Um Missverständnissen vorzubeugen, kurze Frickelausflüge und stilfremde Intermezzi machen aus BLACKSWORD keine experimentelle Prog-Band. Auf „Alive Again“ gibt es vornehmlich harten, zwar technisch anspruchsvollen, jedoch nicht überkomplexen Power Metal zu hören, der es sich irgendwo zwischen JAG PANZER, HELSTAR und NEVERMORE bequem macht.
Hörbares spielerisches Können, ein fantastischer Sänger, dazu abwechslungsreiches Songwriting und der gelegentliche Blick über den Tellerrand sorgen für ein waschechtes Power-Metal-Juwel, das man sich als Genre-Fan nicht entgehen lassen sollte. Es wäre jedenfalls echt schade, wenn potentielle Liebhaber aufgrund der klischeehaften Aufmachung von „Alive Again“ die wohl beste US-Power-Metal-Scheibe aus Russland verpassen würden. (METAL.DE 8 / 10)


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