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Tortuga - Pirate's Bride



Release Info: 2015 - Full Length
Band Info: Deutschland - 2014 - Heavy Metal
Bewertung: 7,5    


Songs:

1. The Beginning
2. Ready For Boarding
3. Black Jack
4. Land Ho
5. Silence Before The Storm
6. Captain's Crew
7. Tortuga's Island
8. Pirate Song
9. Under The Curse

Die Piraten von TORTUGA sind unter uns und sie betreten die heiligen Musikhallen unseres CD-Players im orchestral-choralen Carmina-Burana-Schritt. Das weckt bedrohlich-neugierige Spannung und klingt zugleich voluminös-bombastisch. Doch kaum sind sie eingetreten, prasselt eine nicht sonderlich angenehme Überraschung auf uns ein, was garantiert nicht an ihrer Totenkopf-Fahne und dem gezogenen Säbel, sondern eher an der Piraten-Braut liegt. Das Album „Pirate‘s Bride“ krankt bereits an der nur mittelmäßigen, etwas dumpfen Aufnahmequalität, der Höhen und besonders die Stereo-Effekte oder ein entsprechendes Volumen fehlen. So täuscht das eröffnende „The Beginning“, welches den bombastischen Einzug der Piraten untermalt und noch effektvoll und voluminös klingt, über das hinweg, was uns dann bei unserer weiteren musikalischen Reise auf dem Piratenschiff Richtung „TORTUGA Island“ erwartet. Eine Insel, die am fruchtbarsten ist, wenn Sound-Effekte und ruhigere Momente Einzug halten, und am furchtbarsten, wenn mit dumpfem Metal und übertrieben in den Vordergrund gemischten Gitarren in den Kampf gezogen wird, in dem eine Piratenbraut, deren Gesang auf die Dauer zwar nicht schlecht, aber doch ziemlich eintönig klingt, die Kapitänin (Huch, gibt‘s von diesem Begriff noch gar keine „verweiblichende“ grammatische Geschlechtsvariante?) ist. Die mit Abstand besten Songs liegen nach „The Beginning“ am Ende des Albums, wobei besonders der „Pirate Song“ hervorsticht, weil er mit seiner breitgefächerten Instrumentierung, samt Dudelsack und Flöte, Erinnerungen an SUBWAY TO SALLY weckt. Wäre das gesamte Album in diesem Sinne und vor allem deutlich besser produziert entstanden, dann könnten sogar die Piraten von TORTUGA etwas mehr erobern, als einen mittelmäßigen Achtungserfolg. FAZIT: Hochachtung aber dafür, dass das komplette Album unter der Homepage der Band kostenlos als hochwertiger Download angeboten wird. So dürfen die Netz-Piraten bei den Musik-Piraten so richtig zuschlagen, was sicher den schon längst wieder in Vergessenheit geratenen Polit-Piraten sicher richtig toll gefallen wird. Doch trotzdem – echte Musik-Piraterie ist abgrundtiefe Scheiße und schädigt viele Künstler und deren Kreativität. In diesem Sinne ist bei TORTUGA allerdings noch jede Menge Luft nach oben und ihre metallische Piratenfahne weht aus musikalischer Sicht bisher höchstens auf Halbmast. (MUSIKREVIEWS 8 / 15)




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