Zeit ist relativ, und im Doom gingen die Uhren sowieso immer etwas anders. Was sind da schon zwölf Jahre? So lange dauerte nämlich die Wartezeit auf „The Sixth Storm“, das zweite Studioalbum der schwedischen Zeitlupen-Ikonen COUNT RAVEN nach der Wiedervereinigung 2009. In der Zwischenzeit sind sogar die Landsleute Sorcerer aufgewacht. Können Dan Fondelius und sein Gefolge mit ihrem sechsten Streich die Krone des Schweden-Doom jetzt zurückholen? Falsche Frage. Während Sorcerer seit jeher dem Epic Doom zugewandt waren, gingen COUNT RAVEN schon immer wesentlich rockiger zur Sache. Um das Kind beim Namen zu nennen: Der Einfluss von Black Sabbath während der Ozzy-Ära war niemals zu überhören. Und das trifft auch auf die neun neuen Stücke zu, was nicht zuletzt an Fondelius' Gesang liegt. Todesglocke, heiser-leiernde Vocals, zähflüssiges Riffing - der tonnenschwere Opener 'Blood Pope' gibt sogleich die Richtung vor. Und führt eindrucksvoll vor Augen, was man durch die Absenz von COUNT RAVEN vermisst hat. Funeral Doom, Death Doom, Nautic Doom, alles schön und gut, aber das hier ist der „real deal“! Beispiele gefällig? Nun, etwa 'The Curse', der beste Song, der niemals auf „Vol 4“ gelandet ist. Elegisch wird's auf 'The Nephilims' (10:28) und 'Oden' (11:49). Mit 'Heaven's Door' wagen sich die Düstergrafen zudem an eine lupenreine Ballade heran und wandeln dabei auf den Spuren von 'Changes'. Was für ein Comeback nach dem Comeback! (ROCK HARD 9 / 10)
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