Der Großteil der Redaktion kriegt zwar umgehend das Kotzen, aber es gibt tatsächlich gerade ein kleines Gothic-Metal-Revival. Öden „Mein Gott, geht´s mir heute wieder schlecht"-Doom mit Grunz-Zirp-Wechselgesang anzureichern, genügt den meisten ProtagonistInnen dabei glücklicherweise nicht mehr. TRISTANIA zeigen sich genau wie die verblichenen norwegischen KollegInnen Trail Of Tears deutlich vielschichtiger und kreativer (um hier jetzt ausnahmsweise mal nicht das kredibilitätsheischende Wörtchen „progressiv" auszupacken). Sie verflechten die Düster-Metal-Basis mit brutaleren Schlenkern, arbeiten auf drei Vokal-Ebenen (feiner dunkler Klargesang, ruppiger Brüllkrächz sowie ´ne schicke Damendarbietung) und legen auch im Kleingedruckten viel Wert auf Details und Atmosphäre abseits der ausgelatschten Bauern-Goth-Pfade. Bei den Hooks fehlt noch der Mut zum ganz großen Gänsehautkino, ansonsten haben hier aber nur die üblichen Banausen was zu meckern. (ROCK HARD 7,5 / 10)
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