Schon beim Opener ´The Shining Path´ wird klar, was TRISTANIA seit dem Weggang von Sänger Morten Veland fehlt: nichts, aber auch gar nichts! Ersatzmann Ronny Thorsen von Trail Of Tears röhrt äußerst kompetent, Vibekes Gesang klingt besser denn je, die Produktion aus dem französischem Sound Suite-Studio ist ein Hammer, und die gewaltigen Chöre lassen den Hörer ehrfurchtsvoll erschaudern. Genau so müssen TRISTANIA klingen! Kaum einer hatte gedacht, dass es den Norwegern gelingen könnte, den Megaseller „Beyond The Veil" noch zu übertreffen. Songs wie ´Wormwood´ zeigen jedoch, dass das Quintett es geschafft hat, seinen Stil noch weiter zu perfektionieren. Die klassischen Elemente sind noch besser integriert und verströmen eine Atmosphäre dunkler, mystischer Gewalt, während Vibekes erhabener Resonanzkörper für einen beglückenden Wonneschauer nach dem anderen sorgt. Sogar die geschickt eingebauten Industrial-Elemente (wie z.B. bei ´Selling Out´) fügen sich perfekt in den Bandsound ein. Besonders angenehm fällt zudem auf, dass sich TRISTANIA trotz ihres Erfolgs nicht auf die poppige Schiene lotsen ließen, die gängigen Klischees gekonnt umschiffen und sogar mit mutigen Soundexperimenten wie dem genialen Violinenpart zu Beginn von ´Crushed Dreams´ punkten. „World Of Glass" ist ein absolutes Hammeralbum, das die Wucht von Orffs „Carmina Burana" mit erstklassigem Gothic Metal verbindet. TRISTANIA sitzen fest auf ihrem Thron. (ROCK HARD 9,5 / 10)
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