BEHEMOTHs Nergal kündigte ja bereits im Vorfeld der Veröffentlichung dieses Albums einige Veränderungen in Bezug auf die musikalische Richtung seiner Band an, und "Grom", der zweite Longplayer dieses polnischen Trios, belegt dies nun recht eindrucksvoll. Vorbei scheinen die Zeiten zu sein, als BEHEMOTH versuchten, den typisch nordischen Black Metal zu perfektionieren, denn die sieben ausschließlich neuen Songs (plus Intro), strotzen förmlich vor Kreativität. Fast jeder Song bringt es auf eine Spielzeit von sechs bis sieben Minuten, und man braucht schon eine gewisse Zeit, um all die integrierten Feinheiten in sich aufzunehmen. Da werden z.B. Keyboards, akustische Gitarren und folkloristische Elemente mit dem rauhen Stil der Band verknüpft, ein Duett zwischen einer melodischen weiblichen Stimme und tiefem Männergesang kommt ebenso zum Tragen wie episch angehauchte Passagen. Darüber hinaus schimmert des öfteren der Geist der achtziger Jahre in den häufig sehr thrashigen Riffs und dem zum Teil Lemmy-mäßig dröhnenden Bass-Sound durch, so daß BEHEMOTH anno 1996 alles andere als nur ein weiterer Vertreter der Black Metal-BATHORY-Rip-off-Fraktion sind. Textlich scheint man darüber hinaus sehr stark von Robert E. Howard inspiriert worden zu sein, denn bis auf die beiden Lyrics in ihrer Heimatsprache (deren Inhalte ich verständlicherweise nicht so recht nachvollziehen kann...) dreht sich alles um alte Krieger, Schwerter und Mutter Natur. Nergals Vocals klingen weniger schrill als früher, haben dadurch sehr an Ausdruck und Power gewonnen. Produktionstechnisch muß man zwar noch gewisse Abstriche machen (wird Zeit, daß man der Band mal ein Studio außerhalb des Heimatlandes zur Verfügung stellt), aber trotz allem ist "Grom" ihre bisher druckvollste Veröffentlichung. Eine Band mit Zukunft! (ROCK HARD 8,5 / 10)


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