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Tarchon Fist - The Flame Still Burns



Release Info: 2023 - Underground Symphony - Full Length
Band Info: Italien - 2005 - Heavy Metal
Bewertung: 7,5


Songs:

1. The Flame Still Burns
2. Lens Of Life
3. Wolfpack
4. Soldiers In White
5. 9/11
6. Ireland Rebels
7. Always Alone
8. Escape
9. The Man
10. So, Thank You All
11. The Legend Of Rainbow Warriors

Manchmal verschlägt es auch erfahrenen Metalheads die Sprache. Der Genuss des fünften Albums von TARCHON FIST stellt einen vor die Frage, für wen das Produkt überhaupt infrage kommt. Für Belustigung à la NANOWAR OF STEEL ist es nicht witzig genug – aber gleichzeitig auch zu lächerlich, um ernst genommen zu werden. Das Einzige, was sicher ist, ist, dass man vor einem Unfall steht und nicht weiß, ob man von der Band verarscht wird oder nicht. Das wird kein Review – sondern eher eine Autopsie. Der Titeltrack lässt einen sogleich prusten und in schallendes Gelächter ausbrechen. Lahme Gitarrenharmonien treffen auf einen Drumbeat, der ausgerechnet mit einer elendigen Cowbell daherkommt. Der Zuhörer bleibt fassungslos zurück und reibt sich verwundert die Ohren. Die äußerst schwachbrüstige Produktion ist von der ersten Sekunde an bemerkbar Die dritte Single „Wolfpack“ ist wahrscheinlich noch einer der hörbarsten Songs auf dem Album und vereinigt Schunkel-Vibes und weibliches Gejodel zu einer unheiligen Mischung. Wenn das schon zu dem besten gehört, was TARCHON FIST zu bieten haben, dann Sayonara. Den Vogel schießt aber „9/11“ ab: Warum man die Anschläge des 11. September 2001 in einem Schwanzrock-Song mit Schlagerrefrain verwurstet hat, wird wohl Geheimnis der Italiener bleiben. Nachdem wir „9/11 überstanden haben, wartet schon die nächste Katastrophe auf uns: „Ireland’s Rebels“ begrüßt uns mit Keyboards aus der tiefsten Casio-Hölle und mutet dem Zuhörer schreckliche Ohrenfolter zu. Solche Sounds sind nicht legitim – sie grenzen an ein Verbrechen und sollten auch so behandelt werden. Auf „Escape“ vergreift man sich dann auch noch an Samples aus dem 8-Bit-Klassiker „Super Mario Bros“ und beleidigt sowohl Musikfans als auch Gamer. Trotzdem passt das klassische „Game Over“ Sample ziemlich gut ins Bild – es fasst die meisten Songs innerhalb von zwei oder drei Sekunden zusammen. Der Versuch einer Verbeugung vor den Fans geht ebenfalls schief: „So, Thank You All!“ liefert genau dort eine furchtbare Kakophonie, wo eigentlich hymnische Twin-Gitarren stehen sollten. Die schiefen Leads setzen dem Shit-Sandwich noch die Krone auf – welcher Produzent winkt so etwas durch? Einzig „Soldiers In White“ und „The Legend Of Rainbow Warriors“ lassen Qualität erahnen – weswegen sie wie Fremdkörper auf dem Album wirken. Jeder, der „The Flame Still Burns“ das erste Mal hört, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob man es hier mit einer Spaßband oder einer Art Witz zu tun hat. Obwohl man in Live-Videos erkennen kann, dass Frontmann Ramon Ramondo durchaus talentiert ist, kann man auf dem Album nichts davon vernehmen. Diese Veröffentlichung wirkt wie ein Motorradunfall mit explodierender Feuerwerksfabrik im Hintergrund – und genau das macht wohl ihren einzigen Reiz aus. (METAL.DE 3 / 10)


Tarchon Fist - Photo


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