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Junkyard - Sixes, Sevens & Nines



Release Info: 1991 - Geffen - Full Length
Band Info: USA - 1987 - Hard Rock
Bewertung: 7,5


Songs:

1. Back On The Streets
2. All The Time In The World
3. Give The Devil His Due
4. Slippin' Away
5. Nowhere To Go But Down
6. Misery Loves Company
7. Throw It All Away
8. Killing Time
9. Clean The Dirt
10. Lost In The City

Mit Ihrem zweiten Album "Sixes, Sevens & Nines" meldeten Junkyard sich 1991 wieder zurück. Die musikalische Formel von Junkyard aus bluesigen Hard Rock mit Boogie, Punk und Southern Rock hatte sich im Prinzip nicht geändert. Die Band schaltete jedoch einen Gang zurück und gestaltete ihre Musik wesentlich variabler und Rhythm & Blues-lastiger. War das Debüt soetwas wie ein Epitom oder ein Ausbund des vollendes in der Asozialität angekommenen Sleaze Rocks, gingen Junkyard daher etwas "niveauvoller" und vergangenheitsbetonter zur Sache. Der enorme Punk Rock-Einfluss zog sich in den Hintergrund zurück und machte einer verspielten Rock N'Roll-Musikalität Platz. Verglichen mit dem rotzigen Debüt sind Junkyard daher auch klanglich nicht mehr ganz so versifft und schmierig, sondern offenbaren eher etwas mehr feste Ecken und Kanten, die vereinzelt sogar noch härter und rauer rüberkommen. Ungeachtetdessen brettern Junkyard aber ersteinmal mit dem flotten Opener "Back On The Streets" ins Album, doch bereits mit dem bluesig-swingenden "All The Time In The World" wird das Tempo schon gedrosselt. Junkyard integrierten erstmal Piano und ein Hammond Organ in ihrem Sound. "Sixes, Sevens & Nines" ist eine bunte Hard Rock-Mixtur, bei der kaum ein Song dem anderen gleicht, aber die dennoch sehr homogen rüberkommt. Man erkennt zu jeder Sekunde, dass Junkyard hier am Werke sind. Eine tolle Nummer wie "Give The Devil His Due" ist ein lässiger, aber harter Boogie-Rocker irgendwo zwischen AC/DC, Bad Company, Free und ZZ Top, wohingegen "Killing Time" ein schwerer Blues-Rocker ist, und das von einem Honky Tonk-Piano getragene "Misery Loves Company" in die Richtung Faces, Lynyrd Skynyrd und Rolling Stones geht. Mit "Slippin' Away" gibt es noch eine entspannte und ruhigere Akustik-Ballade, sowie mit "Clean The Dirt" eine dezent von Country-/Southern Rock gestreichelte Nummer, die mehr Power-Ballade ist. Ich erwische mich schon wieder dabei, dass ich das ganze Album aufzählen möchte: das schnelle "Throw It All Away" ist, wie auch der temporeiche Abschluss "Lost In The City", ein harter und sehr rotziger Sleazer. Mein spezieller Anspieltipp hierbei soll aber das langsamere, aber sehr dreckige und fiese "Nowhere To Go But Down" sein. Das ist räudiger Sleaze Rock wie er sein soll. Sänger David Roach keift und bellt immer noch so ordentlich dreckig wie er das auf dem Debüt tat, ist mit seinen Vocals aber nicht mehr so im Vordergrund wie es noch auf den Songs des Debüts der Fall war. Die beiden Gitarristen Chris Gates und Brian Baker schwingen sich mit ihren Rock N'Roll-Äxten und ihrem Spiel in den unmittelbaren Fokus des Hörers. Die Musik steht eher in ihrer Gesamtheit im Blickfeld. Was die dreckige und naturbelassene Produktion betrifft, scheint "Sixes, Sevens & Nines" eine eigenständige Mischung aus AC/DC und frühe Guns N'Roses zu sein, die - wie schon beschrieben - nicht mehr ganz so asozial rüberkommt. Das zweite Junkyard-Album offenbarte auf jeden Fall eine gereifte Band, die trotz der höheren Flexibilität in ihrem ohnehin schon bunten Sound ihren räudigen Charakter nicht ablegte. Der ungestüme Charme des Debüts ist doch etwas abhanden gekommen, aber Junkyard zeigten sich kompositorisch deutlich verbessert. "Sixes, Sevens & Nines" ist vielleicht auch nicht der ganz große Klassiker im amerikanischen Sleaze Rock, aber ein anständiges Rock N'Roll-Werk und ein Album, an dem ich nichts auszusetzen habe. 4,5 Sterne. (AMAZON)




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