Bewertung: 8
1. Polaris
Finnland und generell Skandinavien als eine immersprudelnde Quelle des melodischen Death Metals zu umschreiben ist eigentlich fast noch untertrieben. Slow Fall aus Oulu setzen sich dabei mit ihrem zweiten Streich keine Genre-Grenzen und lassen durchaus Einflüsse aus anderen Spielarten zu.
Der Start gelingt «Slow Fall» als gelungen zu bezeichnen ist ebenfalls Untertreibung pur. Wir haben es bei «Polaris» und «Son Of Sleep» mit zwei grandiosen, mit melancholischen Melodien ausgestatteten Hammersongs zu tun, die dabei durchaus an Amorphis in ihren besten Tagen erinnern. Der Titeltrack kommt dann zuerst ruhiger und sperriger in die Gänge, spätestens mit dem Einsatz der Growls (die sich im Übrigen gut zum Klargesang ergänzen) kommt dann auch die Härte, trotzdem packt mich der Song nicht wie die ersten beiden. «Omega» wildert dann sogar leicht in den Black Metal, während «Melancholy And Witchcraft» doomig, atmosphärisch und mit dem typischen melodischen und depressiven Klargesang aufwartet. Eindringlich und bedrückend, aber definitiv eines der Highlights. Mit fortschreitender Spieldauer wird es dann progressiver und experimentierfreudiger, ohne sich aber in zu komplexen Songstrukturen zu verlieren.
«Obsidian Waves» ist ein erwachsenes
Werk der Finnen, die unter dem Strich einfach ein gutes Album geschrieben haben,
dass vielleicht in der falschen Jahreszeit veröffentlicht wird, denn es passt aufgrund
seiner leichten Schwermütigkeit eher in den Herbst.


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