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Rolling Stones, The - Bridges To Babylon



Release Info: 1997 - Virgin  - Full Length
Band Info: England  - 1962 - Rock
Bewertung: 5


Songs:

1. Flip The Switch
2. Anybody Seen My Baby?
3. Low Down
4. Already Over Me
5. Gunface
6. You Don't Have To Mean It
7. Out Of Control
8. Saint Of Me
9. Might As Well Get Juiced
10. Always Suffering
11. Too Tight
12. Thief In The Night
13. How Can I Stop

Eine weitere Stones-LP nur, ein Lebenszeichen immerhin, die Band-Dynamik wohl unter Kontrolle, aber bloß phasenweise am Brodeln: Dieser erste Eindruck täuscht gewaltig, wie so oft, wenn falsche Erwartungen geweckt werden und nur eine einzige Frage gestellt wird wie hier: Ist es wahr? Gehen sie fremd? Desertieren sie zum Dancefloor? Machen sie einen Kotau vor der Elektronik, herrschen Endzeitstimmung und Torschlußpanik? Die Antwort, der Fan hat niemals daran gezweifelt: kein bißchen. Hiobsmeldungen, nach denen die Stones wachsweich und winselnd den Trends der Stunde hinterherhecheln, entbehren jeder Grundlage. Alles Bullshit. Wahr ist, daß sie das nicht einmal könnten, wenn sie wollten. Die Rolling Stones sind ungefähr so modelllierfahig und mobil wie die Rocky Mountains. Der Berg kommt nicht zum Propheten, sondern läßt sie kommen, die Verkünder neuzeitlicher Botschaften, läßt sie eine Weile auf sich herumkraxeln, die dünne Luft da oben schnuppern. Nur: Wegweisend sind die Stones heute indes so wenig wie Johnny Cash oder John Lee Hooker. Auch das nicht eben eine neue Erkenntnis. Machen wir also in Immanenz. Was obigen ersten Eindruck begünstigt, ist die knochenharte, schier unvergängliche Sound-Signatur, die seismische Klangeigenschaft: torkelnde Rhythmen und peitschende Riffs, haarscharf danebenliegende Harmonies Jaggers vulgäre Vokale und semantisch wie politisch unkorrekte Schamlosigkeiten, seine provozierenden Spielchen mit Intelligenz und Innuendo, alles das und obendrein diese ostentative Unfertigkeit, das arrogante Belassen im Rohzustand. Doch wie stets bei den Stones fallt spätestens beim fünften Durchlauf vieles an seinen Platz, der Adrenalinstau löst sich. This is how the Cookie crumbles. Die Stones haben das Pendel kräftig ausschlagen lassen in den 90er Jahren. Auf den traditionalistischen Americana-Mix von „Voodoo Lounge“ folgte das archaische Blues-Gelage „Stripped“, und nun mit „Bridges“ ein Album, das um Rhythm & Blues gravitiert, um schwarze Popmusik mithin, mid-tempo meist und mäßig modern, nie aber modisch oder modernistisch. Für den Fortschritt sind ja ohnehin andere zuständig. David Bowie meinetwegen. Oder U2. Just kidding. (ROLLING STONE)




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