Es war mein zweiter Besuch in Brienz, wie auch letztes Jahr reizte mich allerdings nur der Freitagabend und wie auch schon 2022 war es leider alles andere als Postkarten Wetter. Es schüttete fast ununterbrochen und man froh, dass die Konzerte im grossen geschützten Festzelt stattfanden. Weniger schön, war es natürlich für unseren Stand vor dem Zelt, welcher zwischendurch geschlossen werden musste. Zum Glück war der Samstag dann viel besser, so dass die vielen Festbänke am See doch noch benutzt werden konnten.
Backface
Backface
aus Lungern hatten die Ehre, das diesjährige Brienzersee Rockfestival zu
eröffnen. Die Fahrt war für die Jungs kurz, schwupps über den Brünig und schon
waren sie vor Ort. Die Band ist quasi ein Familienunternehmen aus Benno (Gitarre),
Hannes (Drums) und Pirmin Ming (Gesang), ergänzt Andreas Imfeld am Bass und
Adrian Müller an der Gitarre. Musikalisch haut man eigentlich in die gleiche
Kerbe wie die derzeit angesagten Rock Out aus dem Emmental, sprich AC/DC ist
eigentlich in jeder Note spürbar. Die Jungs vermochten als Anheizer eigentlich
zu überzeugen, auch wenn mir die Spielzeit etwas zu lang erschien, da sich die
Songs mit der Zeit doch zu sehr glichen und die grossen Hymnen natürlich
fehlten. An die Klasse von Angus und Co. (oder Airbourne) kamen Backface nicht
mal annähernd ran. Das tönt jetzt vielleicht etwas zu negativ und in der Tat,
machten die Jungs das was man von Ihnen erwarten durfte: Sie rockten das Zelt
schon einmal vor, für das was noch kommen sollte.
Seraina Telli
Ich
darf doch annehmen, dass der Name ein Begriff ist. Nicht? Also: Seraina sang
einst für die Burning Witches, bevor sie zuerst mit Dead Venus und nun solo
eine Karriere startete. Das Debut «Simple Talk» erschien erst 2022 und schon wartet
der Nachfolger in den Startlöchern. Man durfte also gespannt sein, wie sich
Seraina auf der Bühne, vor doch ordentlich vielen Leuten schlagen würde.
Classic Rock mit modernem Anstrich war angesagt und die Frontfrau mit den
grün-blauen Haaren rockte ordentlich los und wurde vom Publikum auch
dementsprechend gefeiert. Neben rockigen Songs wie «Modern Warrior» oder dem
härtesten Track «Medusa» fand Seraina auch Zeit für einen längeren akustischen
Part. Schliesslich startete die Luzernerin einst so ihre Karriere. Auch das
neue Album «Addicted To Color» fand in der Setliste Platz. So wurde der Gig zu
einer kurzweiligen Angelegenheit auch wenn der folgende Act dann doch noch mal
eine ganz andere Hausnummer sein sollte, denn nun betraten…
H.E.A.T.
…die
Bühne und was soll ich sagen? Die folgenden neunzig Minuten war ein einziger
Triumphzug. Die euphorisierte Menge sog die Songs nur so auf und feierte eine
richtige Melodic Hard Rock Party made in Sweden. Kein Wunder, wer als Opener
eine solche Hymne wie «Back To The Rhythm» ins Publikum schmettern kann der hat
schon gewonnen. Sänger Kenny Leckremo war blendend in Form, sang hervorragend
und zeigte ordentlich Bewegungsdrang. «Dangerous Ground», «Hollywood», «Living
On The Run», «Nationwide», «A Shot At Redemptio » oder das fantastisch
intonierte «Breaking The Silence»…die Schweden zogen sämtliche Register. Kenny
schmeichelte den Fans, in dem er betonte, dass das Brienzersee Rockfestival
wohl das Festival mit der spektakulärsten Natur-Kulisse böte, nun ich wüsste
kaum ein Argument dagegen. Keine Frage, Erik Grönwall (Skid Row) war ein gewichtiger
Abgang, aber Kenny passt einfach noch besser zu den Schweden. Nach 90 Minuten Vollgas-Melodic-Hard
Rock konnte man H.E.A.T. schon mal als Tagessieger betiteln.
Chez Kane
Mit
den beiden Alben «Chez Kane» und «Powerzone» hat die Lady aus Grossbritannien
doch für reichlich Furore gesorgt und fast durchgehend gute Kritiken erhalten,
weshalb ich auf den Live Auftritt in Brienz besonder gespannt war. Ziemlich
schnell wurde aber klar, dass viele Fans nach dem fulminanten Auftritt von
H.E.A.T. eine Pause brauchten, denn die Reihen lichteten sich doch recht
signifikant. Trotzdem stand da eine Band auf der Bühne, die mächtig Spass hatte
und eine gute Show bot. «Rock You Up» war also nicht nur ein Titel, sondern
auch das Motto der anderthalb Stunden. Es war ihr erster Auftritt überhaupt in
der Schweiz und sie kehre gerne wieder zurück, meinte sie jedenfalls. Da werden
sich die Kenner, des irgendwo zwischen AOR und Hardrock pendelnden Soundes
durchaus freuen.
WHOLA LOTTA DC
Und
plötzlich war der Platz von der Bühne wieder voll! Auch wenn es mittlerweile
bereits nach Mitternacht war, hatten die Leute Bock auf eine Dosis AC/DC. Tja
und die Emmentaler gaben den Fans genau das, inklusive Blick auf das Hinterteil
von «Fatgus». Auf jeden Fall war die Stimmung prächtig, was auch sonst bei
Songs wie «Highway To Hell», «TNT», «Hells Bells» oder «The Jack». Ich bin zugegeben
nicht der grösste Freund von Coverbands und klar, an die Stimmen von Brian Johnson
oder gar Bon Scott kommt Sänger Alex Rock nicht mal ansatzweise ran, aber an
einem Festival macht solch eine Coverband absolut Sinn. Trotzdem entschied ich
mich nach etwa 60 Minuten doch mich auf den Heimweg zu begeben, vielleicht hat
ja Oli noch Infos zum Schluss der Show?
Seraina Telli











































































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