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Live: Brienzersee Rockfestival



Brienzersee Rockfestival 
H.E.A.T. - Chez Kane - Seraina Telli - Backface - Whola Lotta DC
Freitag 04.08.2023 - Brienzersee


Es war mein zweiter Besuch in Brienz, wie auch letztes Jahr reizte mich allerdings nur der Freitagabend und wie auch schon 2022 war es leider alles andere als Postkarten Wetter. Es schüttete fast ununterbrochen und man froh, dass die Konzerte im grossen geschützten Festzelt stattfanden. Weniger schön, war es natürlich für unseren Stand vor dem Zelt, welcher zwischendurch geschlossen werden musste. Zum Glück war der Samstag dann viel besser, so dass die vielen Festbänke am See doch noch benutzt werden konnten.

 

Backface

Backface aus Lungern hatten die Ehre, das diesjährige Brienzersee Rockfestival zu eröffnen. Die Fahrt war für die Jungs kurz, schwupps über den Brünig und schon waren sie vor Ort. Die Band ist quasi ein Familienunternehmen aus Benno (Gitarre), Hannes (Drums) und Pirmin Ming (Gesang), ergänzt Andreas Imfeld am Bass und Adrian Müller an der Gitarre. Musikalisch haut man eigentlich in die gleiche Kerbe wie die derzeit angesagten Rock Out aus dem Emmental, sprich AC/DC ist eigentlich in jeder Note spürbar. Die Jungs vermochten als Anheizer eigentlich zu überzeugen, auch wenn mir die Spielzeit etwas zu lang erschien, da sich die Songs mit der Zeit doch zu sehr glichen und die grossen Hymnen natürlich fehlten. An die Klasse von Angus und Co. (oder Airbourne) kamen Backface nicht mal annähernd ran. Das tönt jetzt vielleicht etwas zu negativ und in der Tat, machten die Jungs das was man von Ihnen erwarten durfte: Sie rockten das Zelt schon einmal vor, für das was noch kommen sollte.

Seraina Telli

Ich darf doch annehmen, dass der Name ein Begriff ist. Nicht? Also: Seraina sang einst für die Burning Witches, bevor sie zuerst mit Dead Venus und nun solo eine Karriere startete. Das Debut «Simple Talk» erschien erst 2022 und schon wartet der Nachfolger in den Startlöchern. Man durfte also gespannt sein, wie sich Seraina auf der Bühne, vor doch ordentlich vielen Leuten schlagen würde. Classic Rock mit modernem Anstrich war angesagt und die Frontfrau mit den grün-blauen Haaren rockte ordentlich los und wurde vom Publikum auch dementsprechend gefeiert. Neben rockigen Songs wie «Modern Warrior» oder dem härtesten Track «Medusa» fand Seraina auch Zeit für einen längeren akustischen Part. Schliesslich startete die Luzernerin einst so ihre Karriere. Auch das neue Album «Addicted To Color» fand in der Setliste Platz. So wurde der Gig zu einer kurzweiligen Angelegenheit auch wenn der folgende Act dann doch noch mal eine ganz andere Hausnummer sein sollte, denn nun betraten…

H.E.A.T.

…die Bühne und was soll ich sagen? Die folgenden neunzig Minuten war ein einziger Triumphzug. Die euphorisierte Menge sog die Songs nur so auf und feierte eine richtige Melodic Hard Rock Party made in Sweden. Kein Wunder, wer als Opener eine solche Hymne wie «Back To The Rhythm» ins Publikum schmettern kann der hat schon gewonnen. Sänger Kenny Leckremo war blendend in Form, sang hervorragend und zeigte ordentlich Bewegungsdrang. «Dangerous Ground», «Hollywood», «Living On The Run», «Nationwide», «A Shot At Redemptio » oder das fantastisch intonierte «Breaking The Silence»…die Schweden zogen sämtliche Register. Kenny schmeichelte den Fans, in dem er betonte, dass das Brienzersee Rockfestival wohl das Festival mit der spektakulärsten Natur-Kulisse böte, nun ich wüsste kaum ein Argument dagegen. Keine Frage, Erik Grönwall (Skid Row) war ein gewichtiger Abgang, aber Kenny passt einfach noch besser zu den Schweden. Nach 90 Minuten Vollgas-Melodic-Hard Rock konnte man H.E.A.T. schon mal als Tagessieger betiteln.

Chez Kane

Mit den beiden Alben «Chez Kane» und «Powerzone» hat die Lady aus Grossbritannien doch für reichlich Furore gesorgt und fast durchgehend gute Kritiken erhalten, weshalb ich auf den Live Auftritt in Brienz besonder gespannt war. Ziemlich schnell wurde aber klar, dass viele Fans nach dem fulminanten Auftritt von H.E.A.T. eine Pause brauchten, denn die Reihen lichteten sich doch recht signifikant. Trotzdem stand da eine Band auf der Bühne, die mächtig Spass hatte und eine gute Show bot. «Rock You Up» war also nicht nur ein Titel, sondern auch das Motto der anderthalb Stunden. Es war ihr erster Auftritt überhaupt in der Schweiz und sie kehre gerne wieder zurück, meinte sie jedenfalls. Da werden sich die Kenner, des irgendwo zwischen AOR und Hardrock pendelnden Soundes durchaus freuen. 

WHOLA LOTTA DC

Und plötzlich war der Platz von der Bühne wieder voll! Auch wenn es mittlerweile bereits nach Mitternacht war, hatten die Leute Bock auf eine Dosis AC/DC. Tja und die Emmentaler gaben den Fans genau das, inklusive Blick auf das Hinterteil von «Fatgus». Auf jeden Fall war die Stimmung prächtig, was auch sonst bei Songs wie «Highway To Hell», «TNT», «Hells Bells» oder «The Jack». Ich bin zugegeben nicht der grösste Freund von Coverbands und klar, an die Stimmen von Brian Johnson oder gar Bon Scott kommt Sänger Alex Rock nicht mal ansatzweise ran, aber an einem Festival macht solch eine Coverband absolut Sinn. Trotzdem entschied ich mich nach etwa 60 Minuten doch mich auf den Heimweg zu begeben, vielleicht hat ja Oli noch Infos zum Schluss der Show?


Seraina Telli














H.E.A.T.

























CHEZ KANE
























WHOLA LOTTA DC


























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