Ein sehr interessantes Package machte
Halt in der Musigburg. Als Headliner fungierten die bockstarken Ironflame,
welche bisher vier sträflich unterbewerte Alben veröffentlichten, dazu kam mit
Craver eine junge Schweizer Band, die ihr erstes Konzert absolvierte. Icarus
Witch waren ebenso dabei wie die gänzlich unbekannten Holodox, welche sich
spätestens vor Ort als nicht ganz so unbekannt herausstellten. Aufgrund der
grossen Konkurrenz (Meh Suff Festival, Mono Inc. Im Z7, Primal Fear im Wallis,
dazu etliche kleinere Konzerte) war die Musigburg bei weitem nicht gefüllt, was
der Stimmung aber keineswegs schadete.
Holodox
Recherchen
im Vorfeld konnten nichts zu der angeblichen Westschweizer Kapelle finden,
welche scheinbar dem Schweizer Thrash Tribut zollen soll und die sich nach dem
2020er Album der Aargauer Comaniac benannten. Tatsächlich handelte es sich dann
aber um ein Geheimauftritt eben jener Comaniac. Die offizielle Plattentaufe des
neusten Albums findet erst im Oktober im Kiff statt, deshalb fand der Auftritt
unter dem Namen Holodox statt. Wer die Band nicht kennt, hier wird technisch hochstehender
Thrash Metal geboten, welcher nicht gerade leicht verdaulich ist. Als die Band loslegte,
waren die meisten Leute noch draussen. Das störte Comaniac nicht sonderlich und
sie spielten sich den Arsch ab um das Publikum reinzulocken, was Ihnen nach und
nach auch gelang. Die Anwesenden kamen in den Genuss von gleich vier Songs des
neusten Streiches «None For All» und zum Abschluss gab es als Zückerchen noch
Metallica’s «Battery» um die Ohren. Cooler Auftritt und auch wenn man es im
Vorfeld fast geahnt hat, war es am Schluss dennoch eine schöne Überraschung und
eine tolle Aufwertung des Konzertabends. Für Fans von progressivem Thrash sind Comaniac
ein absolutes Muss!
Setlist:
«Coal» - «Breakdown Rite» - «Holodox» - «Desolation Manifest» - «Nothing But
Lies» - «Between The Stars» - «Battery»
Icarus Witch
Mittlerweile
dürften Metal Insider wissen, dass die aktuelle Besetzung der amerikanischen
Metaller zu grossen Teilen aus Ironflame Membern besteht. Sänger Andrew D’Cagna
hatte also erneut einen Doppelauftritt zu bestreiten. Mit der neuen, starken
Single «Rise Of the Witches» haben Icarus Witch einen Song im Repertoire, der
auch live zu Ehren kam und gleich ein Highlight der neun Song starken Setlist
war. Ansonsten lässt sich schon aufgrund des Sängers mittlerweile eine
Ähnlichkeit zu Ironflame nicht verleugnen, auch wenn die Amis etwas gemässigter
unterwegs sind und nicht dieselbe Dichte an Granaten vorweisen können. Mit «10’000
Lightyears From Home» wurde noch ein zweiter Song des kommenden sechsten
Studioalbum «No Devil Lived On» gespielt und auch dieser Song sorgt für eine
gewisse Vorfreude. Wie auch Comaniac entliessen Icarus Witch das Publikum mit
einer Coverversion. Zu Ehren kamen Def Leppard mit «Mirror, Mirror». Die
Reaktionen des Publikums waren gut, aber man merkte schon, dass viele mit dem
Material der Band nicht vertraut waren, was sich übrigens auch eins zu eins zur
nächsten Band übertragen lässt.
Setlist:
- «Misfortune Teller» - «Through Your Eyes» - «Tragedy» - «Goodbye Cruel World»
- «Lightning Strikes» - «Out For Blood» - «10'000 Lightyears From Home» - «Rise
To The Witches» - «Mirror, Mirror»
Craver
Ja, die Berner Band hat mit ihrem Debut «Torch Of Wisdom» durchaus für Aufsehen gesorgt, denn sie haben definitiv etwas Neues kreiert. Dark Rock meets Traditional Metal, darauf muss man erstmal kommen. In der Musigburg war ihr allererster Live Auftritt angesagt und man hat sich jetzt auch noch mit einem zweiten Gitarristen verstärken können, was natürlich für mehr Druck sorgte. Craver’s erster Auftritt brauchte ein wenig um in die Gänge zu kommen, aber mit fortlaufender Dauer kam die Band immer besser in den Set, auch wenn das Zielpublikum heute vielleicht etwas anders erwartet hat, als die melancholische, tiefe Stimme von Tommy, die ein wenig an Sisters Of Mercy erinnert. Mit Ausnahme von «Craving» wurden sämtliche Lieder des Debütalbum gespielt. Songs wie «Lights In The Shadows», «Dreams Of The Night» oder «Vessel Of Love» sind es denn auch allemal wert, sich näher mit Craver zu beschäftigen und seien wir mal ehrlich, eine Band die versucht neuen frischen Wind in die Szene zu bringen hat Respekt verdient. Craver haben einen guten ersten Gig hingelegt und sind bereit für weitere Auftritte. Checkt die sympathischen Jungs auf jeden Fall mal an!
Setlist:
«Sweet Flame» - «Harbor Lane» - «Lights In The Shadows» - «Madness» - «Dreams
Of The Night» - «Children Of Aurora» - «Sign Of The Circle» - «Vessel Of Love»
Ironflame
Jetzt war es Zeit für den Headliner und die Stimmung war vom ersten Ton an da. Mit ihren ersten vier Alben haben die Jungs fantastischen US-Metal veröffentlicht und das zeigten sie heute auch live. Mit «Firestorm» vom Debüt «Lightning Strikes The Crown» legten Ironflame fulminant los und dachte nicht daran im Verlauf des Gigs den Fuss vom Gaspedal zu nehmen. Sänger Andrew lieferte eine gnadenlos starke Vorstellung ab, die Mannschaft im Rücken machte es ihm gleich. Die Spielfreude der Amerikaner war ansteckend und sorgte dafür, dass die Musigburg innert Kürze zur Sauna mutierte. «Marching On», «Under The Spell», «Storm Crusher», «Ready To Strike», Kenner der Szene wissen, was für grandiose Granaten die Amerikaner im Repertoire haben. Andrew liess es sich auch nicht nehmen eine Lob-Arie für Fribi vom Outsider Shop in Olten vom Stapel zu lassen und widmete ihm mit «Vengeance Rising» einen Song. Dem kann ich mich nur anschliessen, danke Fribi, dass du es immer wieder schaffst solche Abende auf die Beine zu stellen. Selbst nach dem letzten Song auf der Setlist, dem grandiosen «Shadow Queen» blieb die Band auf der Bühne und zockte nochmal zwei Zugaben ins glückliche Publikum. Keine Frage, nach Vicious Rumors ein paar Wochen zuvor, war es erneut ein Auftritt der den Anwesenden noch lange, lange im Gedächtnis bleiben wird. Es war magisch und definitiv ein Erlebnis Ironflame auf der Bühne zu sehen. Dass die Band sich danach an der Bar sehen liess und es sich nicht nehmen liess mit den Fans zu diskutieren, zu signieren oder ein Bier zu trinken war natürlich noch das berühmte Tüpfelchen auf dem i.
Setlist:
«Firestorm» - «The Contract» - «Marching On» - «Everlasting Fire» - «Blood Red
Cross» - «Under The Spell» - «Storm Crusher» - «Ready To Strike» - «Graves Of
Thunder» - «Vengeance Rising» - «Strange Wings» - «Shadow Queen»
Holodox





































































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