Night Demon - Speed Queen - Amethyst - Running Maiden
Freunde des traditionellen Metals kamen
an diesem Freitag mit vier Bands voll auf ihre Kosten. Zwei aufstrebende
Schweizer Kapellen supporteten dabei die Belgier von Speed Queen und die
Amerikaner Night Demon. Das KIFF war recht gut besucht und es herrschte eine
ausgelassene Stimmung, wobei ausgerechnet der Headliner mit einer seltsamen Setlist
für Verwunderung sorgte. Doch dazu später mehr, zuerst war der Gang an die Merchandise
Stände Pflicht, wo es doch ziemliche Unterschiede zu sehen gab. Da boten Speed
Queen einen Sweater für unschlagbare 25 Franken an, Night Demon hatten jede Menge
Material wie T-Shirts, Mützen und Flaggen, Amethyst nur Merch für dünne Menschen
hatten, wogegen Running Maiden gerade mal einen Pin und eine Kassette feilboten.
Letztere machten dann auch den Auftakt in diesen Abend.
Running Maiden
Als
ich die Band letztes Jahr am Starlett Stock Festival in Luzern zum ersten Mal
live sah, gab es doch noch einiges an Steigerungspotential. Damals war der Bass
viel zu laut, die Lichtshow war inexistent und die Band wirkte nervös. Zum
ersten Mal war heute der neue Gitarrist Manuel an Bord und schon der Umstand
dass nun zwei Äxte für Druck sorgen, tat der Band sichtlich gut, auch wenn der
Neuling nach dem Konzert gestand, das er ziemlich nervös war vor seinem ersten
Auftritt mit der Band. Das Quartett wirkte heute insgesamt viel selbstsicherer
und auch das Zusammenspiel war tighter als noch in Luzern. Neben den vier Tracks
der EP kamen auch neue Songs wie «Sinners» oder «Behind Their Eyes» zum Zuge, welche
vom Publikum gut angenommen wurden. Sängerin Alexa zeigte eine tolle Leistung und
erinnert in ihrer speziellen Gesangsweise etwas an die Smoulder Shouterin Sarah
Ann. Auch heute war der Bass noch etwas zu präsent, wenn auch längst nicht in
dem Ausmass wie im Sedel. Nach dem Auftritt kann man zweifellos sagen, dass
sich die Band von Mal zu Mal steigert und wenn nun das Stageacting noch etwas
aktiver wird, wäre man auf dem richtigen Weg. Ach ja, das megakleine Backdrop
ist schon fast kultig. Ich bin gespannt auf dem nächsten Auftritt am Iron Force
Speed Fest im Oktober, wieder in Luzern. Mit Sin Starlett, Amethyst und eben
Running Maiden verfügt die Schweiz momentan über drei heisse Eisen im
klassischen Metal.
Setlist:
«Sinners» - «Vengeance» - «Bazzar Of Evil» - «Running Maiden» - «Pitchfork» - «Set
Me Free» - «Behind Their Eyes» - «Run Run»
Amethyst
Wie
auch Running Maiden spielten Amethyst letztes Jahr am Starlett Stock und haben
mich damals weggeblasen. Diesmal verpasste ich doch glatt die ersten Töne der
Band, weil die Umbaupause dermassen kurz war. Also die Treppen hochgejagt und
sofort mit der Kamera bewaffnet zur Bühne, wo ich erneut eine glänzend
aufgelegte Band antreffe. Die Band sieht sich musikalisch Ende Siebziger,
Anfang Achtziger angesiedelt und das lässt sich nur bestätigen. Die Energie,
die Amethyst auf die Bühne bringen ist mitreissend, wobei vor allem Sänger
Fredric eine Ausnahmeerscheinung ist. Der gute Mann lässt sich kaum bändigen
und ist pausenlos on Fire. Die Band wurde auch heute abgefeiert, kein Wunder
bei Songs wie «Chasing Shadows» oder «Stormchild». Ich bin gespannt wie ein
Flitzebogen, was uns Amethyst musikalisch in den nächsten Monaten noch
servieren werden. Starker Auftritt und eine Herkulesaufgabe für die beiden noch
folgenden Bands.
Setlist:
- «Into The Black» - «Chasing Shadows» - «Rock Knights» - «Borderline» - «Running
Out Of Time» - «Stormchild»
Speed Queen
Neun
Jahre, zwei EP’s. Das ist die bescheidene Ausbeute der Belgier auf der
Habenseite. Kein Wunder also, das Speed Queen ein absoluter Insidertipp sind.
Heute Abend hatten sie die Aufgabe, die starken Amethyst zu toppen, ein Ding
der Unmöglichkeit…oder doch nicht? Bassist Lander Savelkoul outete sich
jedenfalls als Fan der Schweizer und trug ein Shirt von Amethyst. Dann legten
die verrückten Belgier los und wie sie das taten. «Midnight Murder», «Speed
Queen» oder «Stay Drunk» stehen für Achtziger (Speed)Metal vom Feinsten. Die Band
genoss jede Minute des Sets und lieferte eine mitreissende Performance an den
Tag. Einzig die Aufforderung nach einem Circle Pit wurde vom bangenden Publikum
ignoriert. Wer die Belgier im Kiff verpasst hat, dem kann ich nur das Iron
Force Speed Fest in Luzern empfehlen, dort treten Speed Queen noch einmal auf.
Tja, haben Speed Queen nun Amethyst getoppt? Das liegt im Auge des Betrachters,
bei mir auf jeden Fall und objektiv waren sie mindestens auf Augenhöhe mit den
Schweizern. Wow, drei grandiose Bands bisher und noch stand der Headliner auf
dem Programm.
Setlist:
«Midnight Murder» - «Showdown» - «Live Hard» - «King Of The Road» - «Speed
Queen» - «Church Avenue» - «Fly High» - «Nice Boys» - «Eye To Eye» - «Stay
Drunk» - «Fire»
Night Demon
Night
Demon haben mit ihren ersten beiden Alben für Furore sorgen können, mit dem dritten
Album Outsider (dieses Jahr erschienen) konnten sie daran nicht anknüpfen. Das Album
ist beileibe nicht schlecht, es ist so etwas wie Enforcer’s «Zenith», dass bei
vielen alten Speed Fans auch durchfiel. Wie schon oben im Text angedeutet,
haben die Amerikaner die Setlist seltsam zusammengestellt. Man startete gleich
mit sieben neuen Songs und so war es nicht verwunderlich, dass die Stimmung
eher mittelmässig war und es Night Demon nicht gelang den Funken ins Publikum
zu übertragen. Doch es wurde besser, ab «Welcome To The Night» war man wieder
auf Kurs. Nun folgte Knaller auf Knaller: «Screams In The Night», «Dawn Rider»,
«Full Speed Ahead», «Heavy Metal Heat» und der Rausschmeisser «Night Demon»
sorgten nochmal für heisse Temperaturen im Kiff. Wäre die Setlist durchmischter
gewesen, wäre alles gut gewesen, so blieb am Schluss dann doch ein zwiespältiger
Eindruck, zumal die Amerikaner auf so gut wie jede Kommunikation verzichteten
und erst vor den Zugaben ein paar Worte an die Fans richteten. Als Fazit bleibt
nur zu sagen, dass es sich Night Demon nicht einfach gemacht haben und so in meiner
Favoritenliste hinter Speed Queen und Amethyst über die Ziellinie liefen.
Setlist:
«Outsider» - «Obsidian» - «Beyond The Grave» - «Rebirth» - «Escape From Beyond»
- «A Wake» - «The Wrath» - «Welcome To The Night» - «Empires Fall» - «Screams In
The Night» - «Dawn Rider» - «The Howling Man» - «Full Speed Ahead» - «Darkness
Remains» - «Heavy Metal Heat» - «The Chalice» - «Night Demon»
Running Maiden







































































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