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Demon - The Plague



Release Info: 1983 - Clay - Full Length
Band Info: England - 1979 - Heavy Metal
Bewertung: 8


Songs:

1. The Plague
2. Nowhere To Run
3. Fever In The City
4. Blackheath
5. Blackheath Intro
6. The Writings On The Wall
7. The Only Sane Man
8. A Step Too Far

Dass die britische Band um Leadsänger Dave Hill wohl für immer ein Geheimtipp für aufgeschlossene Musikliebhaber bleiben wird, daran ist wohl anno 2004 nicht mehr viel zu ändern. Von eigenem Verschulden kann kaum die Rede sein, da sich die Band trotz mehrerer, teils abrupter Stilwechsel immer um ein hohes Maß an Substanz und Authentizität bemüht hat.
Zugegeben: die stilistische Entwicklung der Band war wohl für Anhänger einer bestimmten Musikrichtung nicht immer leicht nachzuvollziehen. So wurden insbesondere mit den ersten beiden, vorzüglichen Alben "Night of the Demon" und "The Unexpected Guest" recht hohe Erwartungen bei New Wave Of British Heavy Metal Fans geweckt, welche sich in dieser Form jedoch nicht erfüllen sollten. Gingen diese beiden Alben ohne weiteres als lupenreiner Heavy Metal typisch englischer Machart durch, nahm man auf "The Plague" bereits einen dezidierten Richtungswechsel vor, der auf den Nachfolgealben "Heart of our Time" und "British Standard Approved" konsequent weiter entwickelt wurde. Mit Heavy Metal hatten diese Alben dann auch weniger zu tun, als viel eher mit progressivem (Hard)Rock. Statt wie bislang mit Saxon, wurden Demon nun üblicherweise mit Pink Floyd verglichen!
So mancher gestandene (Musik-)Kritiker, der damals seine ersten journalistischen Gehversuche in Fanzines unternommen hatte (die sich mittlerweile teils zu den führenden Musik- und Genrezeitschriften entwickelt haben), hat dieses Album damals in der Luft zerrissen. Von "großer Enttäuschung" war ebenso die Rede, wie von "kommerziellem Ausverkauf" und "einem Anbiedern an den Pop Hörer". Wie unsinnig und falsch diese Vorwürfe waren, dass zeigt sich nicht nur an der Tatsache, dass sich so mancher Schreiberling heute ganz anders über diese Scheibe äußert. Ich kann mich ferner an keine Zeit erinnern, zu der progressiver Hardrock massenkompatibel gewesen ist. Sprich: der Vorwurf des kommerziellen Ausverkaufs war und ist schlicht lächerlich. Doch da parallel zur Erstveröffentlichung von "The Plague" Bands wie Metallica oder Slayer die Fundamente des Speed und Thrash Metal legten und damit in diesem Genre neue Maßstäbe setzten, kann man die drastischen Fehleinschätzungen der Kritiker von einst vielleicht ein wenig nachvollziehen, wenn auch nicht entschuldigen.
"The Plague" ist ein äußerst gelungenes Konzeptalbum, welches neben der vorzüglichen musikalischen Seite auch einen enormen textlichen Tiefgang bietet. Mal Spooner (R.I.P.), ein absoluter Ausnahmegitarrist, der nicht nur handwerklich zu beeindrucken wußte, sondern auch als Paradebeispiel dienen könnte, wie wichtig Inspiration und Kreativität für einen Musiker sind (gegenüber technisch versierter, aber bisweilen seelenloser Virtuosität), drückte den Songs maßgeblich seinen Stempel auf. Meines Erachtens sollte dieses Album aufgrund seines Konzeptcharakters nur in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Dennoch sind mit "Nowhere To Run" und "Blackheath" zwei grandiose Höhepunkte auszumachen, die ich zur Orientierung als Anspieltipps empfehle.
"The Plague" ist ein zu Unrecht vergessener Klassiker der 80er Jahre, der bis heute nichts von seiner Wirkung verloren hat. Ein zeitlos gutes, aber unterbewertetes Rockalbum, welches so manches populärere "Standardwerk" in diesem Genre mühelos auf seinen Platz verweisen kann. Die Höchstnote ist durchaus gerechtfertigt. (AMAZON)

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